Die Mittwochsbeichte: Ich werde in Bälde 46 Jahre alt, und habe vor fast 30 Jahren das letzte Mal die Schulbank gedrückt. Die gute Nachricht? Ich konnte mich in meinem Beruf als Journalistin und Bloggerin fast ständig weiterbilden… und wenn mich etwas wirklich interessiert hat, so richtig reingekniet.

Und das kommt dir heute zugute, Spätzibätz. Denn ich habe mich in den letzten Wochen und Monaten ziemlich schlau gemacht über… ach, mir sägeds grad zäme!

Bakuchiol (wird «ba-kutschi-ohl» ausgesprochen) gehört zu den absoluten Trend-Wirkstoffen überhaupt.

Auch wenn es schon seit Jahrhunderten sowohl in der traditionellen Chinesischen Medizin wie auch im Ayurveda angewendet wird, ist das Pflanzenextrakt erst seit etwa einem Jahr wirklich «hot».

Kein Wunder, denn auch in der Hautpflege ist ein klarer Trend nach «natürlicheren» Alternativen zu chemischen Power-Wirkstoffen zu erkennen.

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Höchste Zeit, dass wir auch hier auf Hey Pretty dieses Wundermittel unter die Lupe nehmen, findest du nicht auch?

WAS DU ÜBER BAKUCHIOL WISSEN MUSST:

Bakuchiol ist ein rein pflanzlicher Wirkstoff, der aus den Samen der oralea corylifolia gewonnen wird, die auch Babchi genannt wird, oder zu Deutsch «Harzklee».

Image copyright: Oskia London

Die chemische Struktur von Bakuchiol und Retinoid ist übrigens komplett anders: So ist der Begriff «pflanzliches Retinol» vielleicht ein bisschen irreführend… aber Fakt ist, dass Bakuchiol in Tests verschiedener Marken ebenfalls beeindruckende Resultate erzielt hat – und das ganz ohne die möglichen Nebenwirkungen von Vitamin A-Präparaten.

Ähnlich wie Retinol wirkt Bakuchiol wie eine Art «Übersetzungshelfer» in den Hautzellen und animiert diese dazu, ihre Produktion etwas anzukurbeln und normalisieren. Das hat zur Folge, dass sich auch die Kollagen- und Elastinfasern schneller bilden und sich Hautschüppchen schneller abstossen.

Das Resultat? Reduzierte Faltentiefe und praller wirkende Haut.

Dazu biete Bakuchiol aber auch ziemlich guten Zellschutz dank hohem Anteil an Antioxidanien, und spannenderweise ist Bakuchiol auch als Wirkstoff bei unreiner Haut sehr beliebt, da es auch über eine antibakterielle und entzündungshemmende Wirkung verfügt.

Meiner Meinung nach ist der wichtigste Unterschied zwischen Retinol/Retinoiden und Bakuchiol aber, ist dass Bakuchiol die Haut weder irritiert noch lichtempfindlicher macht.

Damit ist es auch für empfindliche Haut ideal… anders als sein «scharfer» grosser Bruder.

SECHS PRODUKTE, DIE MIT BAKUCHIOL AUFTRUMPFEN:

Omorovicza Miracle Facial Oil (30ml), ca. 110 Franken u.a. bei CultBeauty oder in Zürich bei Spitzenhaus

Omorovicza Miracle Facial Oil (Hey Pretty Beauty-ABC: Bakuchiol, das pflanzliche Retinol – und was du darüber wissen musst)

Dieses äusserst luxuriöse Gesichtsöl der ungarischen Pflegemarke Omorovicza (hier meine Review dazu!) ist schon seit ein paar Jahren ein Darling in, äh, etwas gehoberen Kreisen. Die üppige Formel aus Sanddornöl, Hagebutten- und Mandelöl setzt sich auch mit Hilfe von Bakuchiol daran, den hauteigenen Lipidmantel zu stärken.

Bonus-Antioxidantien in Form von Seetangextrakt sorgen für ein Rundum-Paket in Sachen Wohlgefühl für die Haut.

Ich konnte bisher nur ein Travel-Müsterli davon testen, finde das Miracle Oil aber superschön auf der Haut und nicht zu schwer.

BYBI 1% Bakuchiol + Olive Squalane Booster (15ml), 16 Franken bei Biomazing

BYBI Beauty Bakuchiol Booster in Olive Squalane (Hey Pretty Beauty-ABC: Was du über Bakuchiol wissen musst)

Die im Frühsommer lancierten Gesichtspflege-Booster der britischen Organic-Marke BYBI habe ich bereits hier besprochen: Zwar habe ich mich im Jade Roller-Fieber in den Buriti-Booster der Marke verliebt, aber mit ihrem Gesichtsöl mit 1% Bakuchiol liegt die junge Marke goldrichtig.

Dass Bakuchiol extrem gut zusammenspielt mit unterschiedlichen Pflanzenölen, beweisen auch die weiteren Produkte-Tipps hier: Bei BYBI wird es mit Squalan kombiniert, einem sehr verträglichen, nicht-komedogenen Olivenextrakt (streng genommen kein Öl!), welches sich auch für eher ölige Haut eignet.

Weitere Pluspunkte für den günstigen Preis!

Oskia Super 16 Serum (30ml), ca. 140 Franken u.a. bei Douglas.ch (auch bei Spitzenhaus Zürich erhältlich)

Hey Pretty Beauty-ABC: Bakuchiol, das pflanzliche Retinol... und was du darüber wissen musst – Oskia Super 16 Serum (Erfahrungsbericht)

Okay, der Name sagt hier schon, dass unsere Star-Ingredienz hier im preisgekrönten Ensemble auftritt mit fünfzehn weiteren tollen Inhaltsstoffen. Die britische Organic-Marke Oskia hat dieses reichhaltige Öl als «leistungsstarkes Collagen-Serum» formuliert, welches einen imposanten Rundumschlag in Sachen Anti-Aging bietet, mit Vitamin C, Niacinamide, Zink, Arbutin, Lactobacillus, Tocopherol und vielen weiteren tollen Wirkstoffen.

Der Cocktail ist recht komplex formuliert und kostet dementsprechend auch nicht wenig.

Das wäre ein toller Tipp für alle, die gerne mit möglichst wenigen, aber dafür hochwertigen Gesichtspflegeprodukten hantieren.

The Inkey List Bakuchiol (30ml), ca. 12 Franken bei CultBeauty

Hey Pretty Beauty-ABC: Bakuchiol und was du darüber wissen musst – The Inkey List Bakuchiol (Erfahrungsbericht)

Nein, ich habe mich nicht vertippt. Die junge Pflegemarke aus England hat nämlich den Schwung, den The Ordinary in den Hautpflegemarkt gebracht hat, genutzt – und zieht mit einer eigenen, wirklich günstigen «mix and match»-Linie los (ja, auch hier gibt’s ein Hey Pretty-Feature dazu!)

Das Bakuchiol-Produkt von The Inkey List kommt in Form einer sehr verträglichen, «gefälligen» Feuchtigkeitscreme daher, die Squalan und Glyzerin enthält, sowie eine ganze Reihe wertvoller Omega 3- und 6-Fettsäuren.

Die Tatsache, dass Bakuchiol an siebter Stelle der INCI-Liste steht, erstaunt mich angesichts des doch sehr tiefen Preises… auf angenehme Art!

Herbivore Bakuchiol Retinol Alternative Smoothing Serum (30ml), ca. 60 Franken

Herbivore Bakuchiol Retinol Alternative Smoothing Serum (Hey Pretty Beauty-ABC: Bakuchiol und was du darüber wissen musst) – Erfahrungsbericht

Jaaaa, das ist wieder eines der Produkte, auf die ich einfach nicht warten konnte!

Herbivore Botanicals gibt’s zwar schon in der Schweiz (dank Green Lane!), doch ihr neues Bakuchiol-Gesichtsöl wurde erst vor ein paar Monaten lanciert und ist bis jetzt erst im US-Webshop erhältlich. Meine Bestellung ist innert knapp einer Woche in die Schweiz geliefert worden, Zollkosten musste ich (bisher!) keine berappen und mein Erlebnisbericht jetzt, nach erst rund zwei Wochen abendlicher Anwendung, eigentlich noch nicht spruchreif, wenn ich ehrlich bin.

Was ich an diesem vielgelobten Serum aber bisher wirklich mag, ist die gallertige Textur, die irgendwo zwischen Gel-Serum und Gesichtsöl liegt – und natürlich die zauberhafte hellviolette Farbe.

Ich werde diese Review Ende 2019 noch updaten, aber bisher bin ich begeistert von Mix aus 4% Bakuchiol, sanften PHAs zum Exfolieren und pflanzlichen Extrakten aus Heidelbeere, Tremellapilz und (Esoterik-Alarm!) Amethyst-Staub.

REN Bio-Retinoid Anti-Wrinkle Concentrate Oil (30ml), ca. 50 Franken*

REN Bio-Retinoid Anti-Wrinkle Concentrate Oil (Hey Pretty Beauty-ABC: Bakuchiol und was du darüber wissen musst)

Entzückt habe ich bei meinen Bakuchiol-Recherchen festgestellt, dass ich mich schon längst in den Powerwirkstoff verliebt habe: Auch im wirklich stimmigen Bio-Retinoid Anti-Wrinkle-Oil von REN Clean Skincare spielt der Extrakt eine grosse Rolle… und das war tatsächlich das Gesichtsöl, das mich vor bald zwei Jahren endgültig zum Face Oil-Fan gemacht hat.

An den etwas strengen, pflanzlichen Geruch hatte ich mich schnell gewöhnt, und der stimmige Mix aus diversen Pflanzenölen «für reife Haut» (hüstel) ist echt toll.

Hier muss ich wieder mal darauf hinweisen, dass Jelmoli zwar REN, und auch dieses Öl an Lager hat, aber zum Preis von fast 90 Franken, während es im UK-Webshop knapp 50 Franken kostet.

So kommt man auch mit einer Bestellung inklusive Zollkosten trotzdem besser weg mit internationalem Shipping… und hier in meiner Brand Love-Review von REN findest du auch ein paar weitere tolle Produkte, falls du deine Bestellung noch etwas ausspecken möchtest, höhö.

DAS HEY PRETTY-FAZIT:

Dudes (oder ladies): For once, believe the hype. Gerade wer zu empfindlicher Haut und Rötungen neigt – oder auf herkömmliche Retinoide mit Irritationen, Schuppen oder Juckreiz reagiert, könnte mit einem Bakuchiol-Produkt richtig happy werden.

Ich jedenfalls bin ziemlich begeistert von den Produkten, die ich bisher getestet habe und finde Bakuchiol ein richtig tolle «neue» Alternative in Sachen sanftes Anti-Aging. Und dass es für fast jedes Budget was zum Ausprobieren gibt, macht mich erst recht happy.

Also, du darfst jetzt dreimal hintereinander laut «baku-tschi-OHL» sagen (ist mir egal, wer gerade zuhört) und mit diesem krass-vertieften Hautpflegewissen total beruhigt und möglicherweise mit pflanzlich-gemilderten Fältchen in den Mittwoch starten.

Have a wonderful day, Carissima!

Hey Pretty Beauty-ABC: Bakuchiol, das Pflanzen-Retinol und Produkte, die diese Power-Ingredienz beinhalten (Hey Pretty Beauty Blog)

*Mit Ausnahme des BYBI-Boosters sind die besprochenen Produkte – sofern getestet – selbstgekauft und keine Pressemuster.

P.S.: Du magst das Hey Pretty Beauty-ABC? Hier gibt’s noch mehr Lesefutter für dich:

2 KOMMENTARE

  1. Liebe steffi, Bakuchiol hab ich mir auch schon angeschaut als Alternative, da ich munkeln gehört habe das in Europa der freiverkäufliche Prozentsatz von Retinol von 1% auf 0.3% runtergesetzt werden soll. Ist sicher ein vielversprechender inhaltstoff um ihn im Auge zu behalten. Retinol ist aber alleine wegen der Forschungsgrundlage die bis in 70er zurückreicht schon noch bewährter. Ich vertrag zum Glück auch ohne Probleme 1%. Aber testen werde ich Bakuchiol sicher. Labmuffin hat auch noch einen spannenden Blogpost mit einem Vergleich von Retinol und Bakuchiol geschrieben.
    https://labmuffin.com/bakuchiol-better-than-retinol/

  2. @Claudia Uuuuh, sehr spannende Info mit dem Retinol! Das Thema ist eh aktuell, da viele sagen, dass die frei erhältlichen Retinoide in der Kosmetik eh nicht so wirksam seien… Profis (aka Maja, die hier sicher mitliest) setzen sowieso auf Rezept vom Arzt und «vollfette» Retinolcremen. Ich flitze grad zu Labmuffin rüber – danke für den Link!

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