Ich weiss nicht mehr genau, wann ich den Begriff «Microneedling» das erste Mal wirklich wahrgenommen habe: Es dürfte sicher fünf oder sechs Jahre her sein. Und in genau den fünf oder sechs Jahren habe ich mich (zwar mit ordentlich frischer Luft und Prosecco) unaufhaltsam von meinem 40. Lebensjahr wegbewegt, direkt ins Alter, in dem man einem das Alter tatsächlich langsam ansieht.

Gewagte Steffi-Behauptung des Tages: Spätestens mit Mitte 40 sieht man jedem an, ob er Hautpflege ernst nimmt oder nicht.

Ich nehme Hautpflege jedenfalls zimmli ernst. So ernst, dass es mir auch seit ein paar Jahren klar ist, dass ich – die Königin der Selbsttests (Ohrläppchen-Fillers! Mikrodermabrasion! Microblading!) – entscheiden muss, ob ich die nächste Stufe der Hautpflege zünde, nämlich…

Invasive Anti-Aging-Treatments.

Da ich für Botox zu wenig Mimikfalten habe und für Fillers von Natur aus (noch) zu gut natürlich aufgepolstert bin dank Übergewicht, war längst klar, welches Treatment anstehen würde.

Denn über das Microneedling hatte ich schon sehr viel Gutes gelesen… kannte jedoch niemanden, der es tatsächlich gemacht hat.

So habe ich mich im vergangenen Frühling bei Andrea Persterer von Beauty Care in Zürich gemeldet. Die erfahrene Kosmetikerin war für mich als Beautyjournalistin schon mehrfach eine tolle Anlaufstelle für Expertenmeinungen aller Art.

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Denn Andrea bietet gemeinsam mit ihrem Team in ihrem stimmigen Kosmetikstudio in der Zürcher Altstadt schon seit fünf Jahren Microneedling-Behandlungen an, und ihr Erfahrungswert ist für einen Selbsttest Gold wert, denn… ich werde mir während rund vier Monaten tausende von Nadelstichen ins Gesicht verpassen lassen, und sorry: DAS MUES VERHEBBE!

Bist du parat für den grossen, ausführlichen Hey Pretty-Erfahrungsbericht?

WAS IST EIGENTLICH MICRONEEDLING GENAU?

Beim Microneedling werden die hauteigenen Regenerationsprozesse angeregt, mittels regelmässigen Behandlungen mit einer elektrischen Needling-Maschine. Der Reviderm «SkinNeedler» ist eine Art Tattoo-Pen mit einem Aufsatz aus zehn mikrofeinen Nadeln.

Bei der Behandlung perforieren diese Nadeln die Haut an Gesicht und Hals. Zwar wird dabei auch ein potentes Hyaluronserum eingeschleust, aber der wirkliche Effekt liegt in den Mikroverletzungen der Haut. Die Hautoberfläche meldet «Achtung! Da passiert was!» den Hautzellen, und diese reagieren darin, dass sie sofort das Reparatur-Team aktivieren:

Um die Kleinstverletzungen schnell zu heilen, werden Kollagen, Elastin und Hyaluronsäure produziert – und zwar ordentlich.

Der Clou? Das macht die Haut in jungen Jahren sowieso, doch im Laufe der Zeit verlangsamt sich dieser Selbstregenerationsprozess deutlich. Diesen kann man durchaus auch mit Produkten oder Einzelbehandlungen «kickstarten», doch beim Microneedling liegt der Erfolg darin, dass man die Haut in einer Reihe von Behandlungen – hier waren es insgesamt sechs, jeweils in 2-Wochen-Abständen – förmlich ins Trainingslager schickt.

Denn: Durch die regelmässige Wiederholung der Microneedling-Sessions kurbelt die Haut die Regenerationsprozesse so weit an, dass sie lange über die letzte Behandlung hinaus weiterlaufen.

Schon im Vorfeld haben Andrea Persterer und ich mehrfach miteinander telefoniert, um meine persönlichen Ausgangslage für die Microneedling-Kur zu besprechen, und was mich wirklich von ihr – und ihrer gewählten Methode überzeugt hat, war die Tatsache, dass sie schon lange genug Erfahrungen sammeln konnte, dass sie bestätigen kann:

«Das beste Resultat der Microneedling-Kur tritt erst etwa 4 bis 6 Monate nach Abschluss der Kur auf… und hält dann bis zu einem Jahr an.»

DIE MICRONEEDLING-BEHANDLUNG, SCHRITT FÜR SCHRITT

Das mehrstöckige Kosmetikinstitut Beauty Care, zuoberst am Rennweg in Zürich, ist eine ziemliche Institution in der Gegend – und das neunköpfige Team wird von der eidg. dipl. Kosmetikerin Andrea Persterer bereits seit 20 Jahren geführt. Beim ersten Besuch der dreimonatigen Kur wird mir erst mal ausführlich erklärt, was genau passieren wird.

Für mich die spannendsten Learnings dabei?

Microneedling ist eigentlich für jeden Hauttyp geeignet, doch besonders gute Resultate gibt’s ausgerechnet bei empfindlicher Haut. Die Anregung der Kollagenproduktion stärkt die Haut nachhaltig, sodass sie sich weniger rötet und auch Juckreiz und Spannungsgefühle minimiert werden. Ich selbst habe recht «belastungsfreudige» Haut mit einer öligen T-Zone und eher trockenen Wangen – doch ich wollte im Vorfeld sicher sein, dass das Microneedling meine leichte Rosacea (Rötungen an den Wangen) nicht triggern würde.

A propos «Rötungen»: Andrea erklärt mir, dass mein Gesicht jeweils nach einem Treatment für rund 24 Stunden ziemlich rot sein wird, aber dass die Rötung im Normalfall schnell abklingt.

Nachdem mir versichert wurde, dass auch leichte Rosacea sehr gut reagiert aufs Needling, habe ich den Post-Treatment-Fragebogen ausgefüllt und mich in Beauty Care’s erfahrenen Hände begeben: Bring out the needles!

ERSTE MICRONEEDLING-SITZUNG:

Nach dem Abschminken und Reinigen ging es dann direkt los, und zwar direkt ziemlich unangenehm: Da beim Microneedling absolut steril gearbeitet werden muss, wird das komplette Gesicht (ohne Augenpartie, of course) mit reinem Alkohol desinfiziert, puh! Zum Glück verfliegen die scharfen Dämpfe rasch.

Dann geht es los mit dem Needling-Gerät.

Dabei wird der «Pen» in genauen Bahnen übers Gesicht geführt: Zuerst auf einer Hälfte des Gesichts, dann auf der anderen, um sicher zu gehen, dass keine Partie ausgelassen wird.

Das Schmerz-Level ist bei meiner ersten Behandlung deutlich höher, als ich erwartet hatte: Blöd, dass mir erst während dem Treatment einfällt, dass ich gerade meinen Eisprung habe und sowieso dann doppelt so schmerzempfindlich bin wie sonst! Naja, wir sind schon mittendrin… wird schon gehen!

Das Needling an Wangen und um die Augenpartie (die Nadeln werden erstaunlich nah ans Auge geführt!) ist total aushaltbar. Richtig weh tut es mir dafür dann an der Stirn, sowie dem Kieferknochen entlang. Die Nase wird übrigens komplett ausgelassen beim Microneedling, dafür werden die Nadeln auch den Hals hinuntergeführt. Ausgelassen werden beim Microneedling auch die Augenlider, die Nase und die Haut beim Kehlkopf.

Nach 30 Minuten ist der Spuk vorbei. Zum Schluss wird grosszügig eine beruhigende, sterile Gesichtsmaske aufgetragen. Und wäre es jetzt nicht schon Abend, käme noch ein Sonnenschutz auf die Haut.

Ich merke schon, dass da einige Stresshormone ausgeschüttet worden sind – kennst du dieses leicht zittrige Gefühl?. Und not gonna lie, mein Gesicht ist tatsächlich sehr rot.

ICH MEINE, REALLY REALLY RED.

Egal: Grosse Sonnenbrille montieren und zum Rathaus laufen, wo ich dann auf der kurzen Tramfahrt nach Hause natürlich gleich ZWEI BEKANNTE antreffe, denen ich sofort erklären muss, dass das also kein Sonnenbrand ist. Zuhause lacht mich meine Familie kurz aus und ich gehe dann später, ohne das Gesicht zu waschen, ins Bett.

Am nächsten Morgen wache ich auf und checke meinen Teint im Spiegel ab. Die Haut tut überhaupt nicht weh, aber ich bin trotzdem vorsichtig beim Waschen. Während den drei Tagen nach dem Treatment halte ich mich an die Beauty Care-Regeln: Nur die milde Reinigung aus dem Post Procedure-Kit von Reviderm verwenden, direkte Sonnenbestrahlung vermeiden, keine Produkte mit Fruchtsäuren oder ätherischen Ölen verwenden, Arbeiten, die extrem Staub machen und starkes Schwitzen vermeiden.

Ich trage das SOS-Serum und der Sonnenschutz auf (alle drei Produkte von Reviderm habe ich im «Nachpflege-Set» von Reviderm bekommen) und…

…mein Teint ist zwar noch ziemlich rot, aber meine Haut wirkt auffällig glatt und aufgepolstert. Wow! Ich trage, um die Rötung zu kaschieren, meine It Cosmetics CC Cream, die aber dann viel zu dick ist. Wieder abwaschen (nicht ideal!) und zarter schminken. Ich fühle mich, als hätte ich einen Sonnenbrand und mein Hals ist auch gut sichtbar gerötet.

DAS GAAT SCHO NO WEG, ODER?

Keine Panik, Steffi! 24 Stunden nach der ersten Behandlung war meine Haut zwar immer noch leicht gerötet, aber 36 Stunden danach war nichts mehr zu sehen. Ich habe gemerkt, dass meine Haut ein paar Tage danach sich ein bisschen trocken angefühlt hat, und dass ich – wenn ich gaaaanz nah am Spiegel war – einige «Spuren» des Needling-Gerätes sehen konnte. Was mir wirklich auffällt? Dass sich meine Oberlippe deutlich praller anfühlt. Weird!

TREATMENT NUMMER ZWEI, ZWEI WOCHEN SPÄTER:

Für die zweite Behandlung bin ja nun vorbereitet und ich mache mich innerlich parat auf kurz’n’heftige Schmerzen. Aber… WHAT? Dieses Mal hat es fast nicht weh getan, also MINDESTENS 50% weniger schlimm als beim ersten Termin!

Das hat vielleicht auch mit dem Zyklus zu tun, aber die zweite Behandlung war zwar immer noch leicht unangenehm, aber bei Weitem nicht mehr so schmerzhaft.

Die starke Rötung hält danach auch wieder fast 24 Stunden, aber das ist nicht so schlimm, weil ich clevererweise meine Microneedling-Sessions auf Freitag am späten Nachmittag lege, sodass ich auch am Samstag ein bisschen ungeschminkt rumgammeln kann, bei Bedarf.

Ein paar Tage danach scheint mir meine untere Lippenkontur etwas «verschwommen», was aber durchaus positiv ist, da ich von Natur aus eine recht stark pigmentierte natürliche Kontur habe (aka «Sonnenschaden?»). Aber Leute… meine Stirn sieht wirklich glatter aus!

MICRONEEDLING-TREATMENTS DREI BIS SECHS, ÜBER DIE NÄCHSTEN ACHT WOCHEN VERTEILT:

Microneedling zeigt ja erst als Kur mit mindestens vier, idealerweise sechs Behandlungen in 14-Tage-Abständen, so richtig Wirkung. Und ich habe die verbleibenden vier Termine genau eingehalten und bin schon total routiniert zu meinen Nadel-Dates bei BeautyCare erschienen.

Treatment 3 bei Naama…

…und Treatments 4, 5 und 6!

Kurz gesagt, wird es wirklich weniger schmerzhaft mit jeder Behandlung, und ich habe schon vor Abschluss der Kur klare Veränderungen an meine Haut gespürt. Auch wenn man es von Aussen vielleicht nicht sieht, fühlt sich meine Haut deutlich praller an.

Ich kann es nur schwer beschreiben, aber sie ist so «bouncy», und wirkt für mich gestärkt und vitaler.

Im ersten Moment bin ich einfach mal froh, dass die Termine durch sind – auch wenn alle bei BeautyCare wahnsinnig nett sind, höhö – und Andrea versichert mit mir mit einer grossen Umarmung, dass der beste Effekt erst in den nächsten Monaten kommen wird.

Ich fühle mich, als hätte mich meine persönliche Gute Fee nun gerüstet ins Leben rausgeschickt!

DAS HEY PRETTY-FAZIT 6 MONATE DANACH:

Guys. Oder Ladies. Egal, PRETTIES. fast 8 Monate sind seit meiner ersten Microneedling-Sitzung vergangen. Und auch wenn mich alte Freunde auf der Strasse immer noch sofort erkennen, sehe ich deutlich, dass meine Haut seit Jahren nicht mehr so schön war. Gelegentliche Hormon-Pickelchen bleiben, aber mein Teint wirkt wirkt glowy genug, dass ich oft ohne Foundation, nur mit etwas Concealer aus dem Haus gehe. Die Rötungen an Wangen und Nasenspitze sind deutlich verblasst, und auch die feinen Ausschläge an meinen Schläfen (ich reagiere offenbar ein bisschen auf mein Wimpernserum!) sind verschwunden.

Pluspunkte einer Microneedling-Kur?

Meine Haut war danach für lange Zeit praller und vor allem «strapazierfähiger» als davor – keine Frage. Ich vertrage Peelings extrem gut, genauso wie abendliche Retinoid-Produkte. Und meine feinen Fältchen und Linien an Stirn und um die Augen scheinen wie «geblurred».

Negativpunkte einer Microneedling-Kur?

Für mich gibt es eigentlich nur zwei: Das ist kein «Beauty-Auszeit»-Verwöhnprogramm, die einzelnen Sitzungen sind und bleiben unangenehm, dafür immer aushaltbarer. Und weil die Treatments eine perfekte Ausbildung und absolut saubere Abläufe bedingen, sind die Kosten einer Microneedling-Kur relativ hoch, wenn man sie mit einer Gesichtsbehandlung vergleichen würde.

All in all hat das Microneedling meine Haut aber positiv verändert… und das vor allem mit Langzeitwirkung.

WÜRDE ICH ES WIEDER TUN?

Kurz: YES.

Könnte ich es mir leisten, würde ich also hundertprozentig eine jährliche Microneedling-Kur in meine Beautyroutine einplanen. Ich habe noch nie ein Treatment getestet, das einerseits so invasiv war, und anderseits derart lange positive Auswirkungen zeigt.

Ich habe ja schon einiges ausprobiert in Sachen Beautybehandlungen. Aber in diesem Fall habe ich ein virutelles Sparkonto eingerichtet und freue mich darauf, im nächsten Frühling oder Sommer wieder zu Beauty Care zu pilgern, um meine Haut erneut ins Anti-Aging-Trainingslager zu schicken!

So, ich gratuliere dir nun erst mal dafür, dass du dich durch diese ganze Monster-Review gelesen hast, Bella. Aber ich finde, bei solchen XXL-Beautybehandlungen ist es einfach nötig, dass man sich davor gut informiert!

Ich hoffe, du fandest es interessant, und wenn du noch Fragen zum Thema Microneedling hast, nur her damit. I’m ready. And glowy, höhö!

Eine REVIDERM Microneedling-Kur für Gesicht und Hals (6 Behandlungen und At-Home-Pflegeset) kostet bei Beauty Care in Zürich 1920 Franken*. Nähere Infos gleich hier.

*Die Behandlung ist mir zu Reviewzwecken von Beauty Care Zürich kostenfrei offeriert worden unter der Bedingung, dass ich meine Erfahrungen damit ehrlich schildern werde.

5 KOMMENTARE

  1. Meine Kosmetikerin bietet diese Behandlungen auch an. Vor wenigen Tagen habe ich eine E-Mail erhalten mit einem Sonderangebot – und mit einem gedanklichen „autsch“ weggeklickt. Nun muss ich mir das nochmals überlegen. 😅 Hervorragende Bewertung, sehr informativ. Vielen Dank!

  2. Ich war gestern auch bei meiner 1. needling behandlung. Ging mir gleich wie dir; an gewissen stelle hoffte ich mir, dass sie schnell fertig ist und nicht nochmals drüber fährt. War dann auch rot wie ein indianer und war froh das ich am abend nicht noch abgemacht hatte. Heute morgen fast nicht mehr rot und glaube schon kleine veränderungen zu sehen. Bin in zwei wuche wieder dort, freue mich jetzt schon, schmerz!!!

  3. Hallo Steffi, vielen Dank für diese spannende Reportage zu Deinem Selbstversuch mit einer ersten Microneedling-Behandlung. Gerne verweise ich auf Deinen Beitrag gegenüber Kundinnen, die ebenfalls mit dem Gedanken spielen, sich einer professionellen Microneedling-Behandlung zu unterziehen. Beste Grüsse, Semra

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