Dienstag ist Dufttag! SEIT WANN, fragst du? Seit Steffi gemerkt hat, dass sich das schon fast reimt, tra la la! Nach meinem gestrigen Exkurs in ganz tiefsinnige Bereiche habe ich total viele schöne Kommentare von euch bekommen: Danke dafür, jetzt würkli. Besonders, wenn du dir noch gar keine Gedanken machst übers Altern. Dafür hat Gott unvernünftige Liebhaber und Augencremen erfunden!

Total alt, aber sehr beflügelt von eurem Feedback habe ich mich gestern Mittag quer durch die Jelmoli-Parfumerie geschnuppert (wobei bei mir nach zehn Düften Schluss ist und ich zuerst einen Espresso trinken gehen muss), und diese duftgewordene Inspirationsreise als Anlass genommen, dir heute drei richtig tolle Nischenparfums zu präsentieren – und zwar von drei jungen, richtig kreativen neuen Parfumeuren, die sich ziemlich wenig um Konventionen scheren… und damit richtig erfolgreich sind. «Was man sofort mag, vergisst man auch schnell wieder» sagte James Heeley kürzlich in einem Interview mit dem ICON Stilmagazin – und man muss ihm irgendwie Recht geben.

Mit diesem grossartigen Quote steigen wir doch gleich in die heutige Ladung Duftnews!

  1. James Heeley: Eau Sacrée (50ml), ca. 160 Franken

James Heeley Eau SacréeWAS DU DARÜBER WISSEN MUSST:

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Sorry, aber dieser Typ ist schon e bitz ein Intelligenz-Sexsymbol: Der 40-something-jährige Brite hat Philosophie und Ästhetik studiert, anstatt sich zum Parfumeuren ausbilden zu lassen und gilt echli als Autodidakt im Business. Seinen ersten Duft Figuier hat er eher als Experiment geschaffen, fand aber schnell Gefallen daran und gründete 2006 sein eigenes Duftlabel.

Der hübsche Engländer lebt seit Jahren schon in Paris, wo er in einem kleinen Atelier seine Düfte kreiert und dabei wahrscheinlich noch junge Welpen streichelt und mich mit der Tatsache quält, dass er sicher, sicher gay ist. Sorry: Tolle, tolle Düfte! Mein Liebling darunter ist übrigens «Sel Marin», mit superfeinen Salznoten.

James Heeley, PR portrait

WIE ER DUFTET:

Intensiv und geheimnisvoll, mit Zistrose*, Weihrauch, Patschuli, Rose, Myrrhe, Amber und Gewürze.*Duftet ziemlich würzig und rauchig!

DIE COCKTAIL-PARTY-CATCHPHRASE DAZU:

«Ich brauche eben die heiligen, reinigenden Kräfte von Weihrauch, um meinem sündigen Lebensstil entgegenzuwirken.»

2. Andrea Maack «Dual» Eau de Parfum (50ml), 128 Franken – exklusiv bei Jelmoli

Andrea Maack Dual Eau de Parfum

WAS DU DARÜBER WISSEN MUSST:

Das isländische Dufthaus mit Sitz in Reykjavik wurde 2009 von der Künstlerin Andrea Maack gegründet, die ihre Düfte ursprünglich «nur» für Ausstellungen in Museen und für den Online-Handel geschaffen hat.

Image copyright: Andrea Maack

Andrea Maack lässt ihre Düfte nur mit hochwertigen Rohstoffen schaffen – und liefert dafür jungen Parfumeuren in Grasse jeweils Zeichnungen, statt aufwändige Briefings. Ausserdem sieht sie aus wie eine blondere, etwas kompliziertere Schwester von Björk.

WIE ER DUFTET:

Sinnlich und ziemlich weiblich mit Freesie, Moschus, Absolute Mate, Zedernholz und isländisch (what else?) Moos.

DIE COCKTAIL-PARTY-CATCHPHRASE DAZU:

«Weisst du, für mich fliessen bildende Kunst und Düfte ohnehin ineinander.»

3. Maison Francis Kurkdjian «Grand Soir» Eau de Parfum (70ml), 150 Franken bei Osswald Zürich oder Jelmoli

Maison Francis Kurkdjian Paris Grand Soir Eau de Parfum

WAS DU DARÜBER WISSEN MUSST:

Seit 20 Jahren mischt der französische Parfumeur mit armenischen Wurzeln ganz oben im Duft-Business mit. Was er anders macht? Dass Francis zwar weiterhin für ganz grosse Dufthäuser arbeitet – er hat unter anderem My Burberry und Elie Saab Le Parfum geschaffen – aber mit seinem eigenen, 2009 gegründeten Label Maison Francis Kurkdjian sein eigenes Ding durchzieht.

Francis Kurkdjian, PR portrait

Seine Düfte können dazu neigen, etwas «kompliziert» zu wirken im ersten Moment… dafür sind sie wirklich ziemlich einzigartig. Und falls dir das noch nicht einzigartig genug ist, kannst du dir auch von ihm einen Duft nach Mass kreieren lassen. Freu‘ dich nicht zu früh – die Preise dafür liegen im fünfstelligen Bereich!

WIE ER DUFTET:

Orientalisch-intensiv, mit Noten aus der Zistrose (schowider!), Benzoeharz, Vanille, Tonkabohne und Ambra. Falls dir das jetzt alles ein bisschen zu «intense« reinkommt, ist als Gegenstück «Petit Matin» gleichzeitig lanciert worden, der von Pariser Morgen inspiriert wurde: Frisch und e bitz frech.

DIE COCKTAIL-PARTY-CATCHPHRASE DAZU:

«Weisst du… genau so duftet meine perfekte Partynacht in Paris. Wir erwischen den 21-Uhr-TGV noch!»

Das wären also mal drei meiner exotischen, sinnlichen und leicht weihrauchlastigen Luxus-Lieblinge. Das Beste an einem Nischenduft? Dass es selten bis nie passiert, dass dich jemand erschnuppert und müde sagt: «Gäll, das isch XY?». Es reicht schon, wenn sich nicht fragen müssen, wo du denn diese wunderschöne Bluse aus dem ZARA-Schaufenster hast, höhö.

Falls du jetzt total angetan bis von der Idee eines Parfums, das jetzt nicht jede oder jeder trägt und so zu deiner «Signatur« werden könnte, wirst du in Zürich an diesen Adressen bestimmt fündig:

Happy Nischenduftschnuppering und auf einen grossartigen Tag, Cara!

Nischendüfte Neuheiten Herbst 2016, Review Hey Pretty Beauty Blog

4 KOMMENTARE

  1. Haha, die Cocktail party catchphrase! Ich habe gerade letzte Woche einen fantastischen Nischenduft gekauft, „What we do in Paris is secret“ von „A Lab on Fire“. Um ehrlich zu sein, hat zuerst der neckische Name meine Aufmerksamkeit (und Fantasie) erregt, aber der Duft ist wirklich wunderbar.

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