Wir starten die heutige Spa Review gleich mit einer Steffi-Beichte: Ich war nämlich noch nie im Schwarzwald. Okay, das ist noch nicht ganz Udo-Jürgens-New-York-Level, aber trotzdem… dafür, dass dieses berühmte Naherholungsgebiet nur knapp 75 Autominuten von Zürich entfernt ist und meine Schwiegereltern literally beim Grenzübergang bei Waldshut wohnen, ist es schon e bitz peinlich, dass es bisher nicht mal für einen Tagesausflug gereicht hat.

Aber damit ist jetzt Schluss. Denn das grösste Wellness-Hotel des Schwarzwalds, das Vier Jahreszeiten am Schluchsee, hat mich nämlich zum 20-Jahre-Jubiläum ihres Ayurvedazentrums eingeladen, um ihr Wellness-Angebot kennenzulernen.

Schnurstracks meine grosse Schwester Fränzi informiert, dass sie sich drei Tage frei nehmen muss –und dann sind wir an einem wettertechnisch durchzogenen Spät-Oktober-Weekend losgefahren…

UND DU KOMMST GLEICH MIT!

Bevor wir uns im «Ferienhotel der Extraklasse» am Schluchsee einchecken, gibts erst mal einen Crash Course in Sachen Ayurveda… denn ich wusste nur sehr wenig darüber!

AYURVEDA, IN A NUTSHELL:

Ayurveda bedeutet «Das Wissen vom Leben» und ist eine jahrtausende alte Gesundheits- und Lebensphilosophie, die ihren Ursprung in Indien hat und als älteste Medizin der Welt einen wichtigen Platz im Gesundheitswesen Indiens und Sri Lankas einnimmt.

Das Gesundheitskonzept zielt darauf, durch einen ausgewogenen Lebensstil die Gesundheit zu fördern, sodass Krankheiten gar nicht erst entstehen.

Als Grundlage dienen die fünf Elemente Erde, Wasser, Luft, Feuer und äther, aus denen sich die drei Grund-Konstitutionen oder Lebensenergien (auch Doshas genannt) zusammensetzen.

Die Ernährung spielt im Ayurveda eine zentrale Rolle, da diese als Heilmittel betrachtet wird. So kann die richtige Ernährung Dosha-Störungen ausgleichen, die durch Stress, veränderte Lebenssituationen oder auch den Wechsel der Jahreszeiten auftreten können.

Hört sich gut an, oder?

WAS DAS AYURVEDAZENTRUM IM VIER JAHRESZEITEN AM SCHLUCHSEE ANDERS MACHT:

Diane Hergarden, die Initiatorin des Zentrums, kam im Winter 1999 erstmals mit Ayurveda in Berührung – zu einer Zeit, in der Ayurveda in Europa noch ziemlich unbekannt war.

Nachdem sie den richtigen Platz dafür gefunden hatte im Hotel Vier Jahreszeiten (in der 6. Etage des Hauses), machte sie sich ans Werk mit dem Ziel, ein Original-Ayurvedazentrum einzurichten, wie sie es in Sri Lanka kennengelernt hatte. Denn für Diane war klar, dass nur das Original in Frage käme:

Ayurveda mit Spezialisten aus Sri Lanka, mit Original-Tees, Ölen und Medizinprodukten aus dem Ursprungsland.

Zu Beginn kooperierte das Vier Jahreszeiten recht eng mit einem Partnerhotel auf Sri Lanka, dem Lanka Princess, um das richtige Mobiliar und Produkte zu besorgen… und noch viel wichtiger – um die Therapeuten und den Ayurveda Arzt zu finden.

Der ganze Prozess war laut Diane gar nicht einfach: Zähe Verhandlungen mit Behörden, dem Regierungspräsidium und schliesslich auch mit Hilfe des damaligen Sozialministers des Landes Banden-Württemberg, der vom Konzept begeistert war. Doch die Mühe hat sich gelohnt: Das Ayurvedazentrum hat sich zu einer der wichtigsten Adressen für Ayurvedafans aus ganz Europa entwickelt.

Zentral für den Erfolg ist der Ayurveda-Arzt Dr. Nihal Jayadeva, der mehr als 20 Jahre Erfahrung hat und seit 2018 verantwortlicher Ayurvedaspezialist im Vier Jahreszeiten am Schluchsee ist.

Das Ayurveda-Team um Dr. Jayadeva (Image credit: Vier Jahreszeiten am Schluchsee)

Gemeinsam mit einem Team aus fünf Ayurveda-Spezialisten und einem Ayurveda-Koch – alle aus Sri Lanka – sorgt Dr. Jayadeva dafür, dass man selbst bei einem Kurz-Aufenthalt wie ich ihn mit der «Pause vom Alltag» geniessen konnte, von der tief auffrischenden Wirkung der Lehre profitieren kann.

Das Behandlungsangebot im Vier Jahreszeiten am Schluchsee beinhält immer eine Konsultation durch den Ayurvedaarzt und massgeschneiderte Kuren und Treatments von den Ayurvedatherapeuten. Je nach Dauer der Kur gibt es ein separates Abschlussgespräch, bei dem man Unterstützung bekommt, wie man die ayurvedische Lebensweise auch Zuhause umsetzen kann in unserem europäischen Alltag.

STEFFI’S AYURVEDA-SCHNUPPER-ERFAHRUNG:

Am Tag unserer Ankunft haben Fränzi und ich uns erst mal in unserem hübschen Zimmer mit Aussicht direkt in den Wald eingenistet: Bademantel und Tücher liegen schon bereit, die wir im Zentrum bei unseren Treatments tragen können. Die Farbgebung Orange und Rot ist nicht zufällig, da gewisse der bevorstehenden Behandlungen mit Ölen gemacht werden, die auf weisse Bettwäsche oder Bademäntel abfärben würden!

Da unsere Behandlungen erst am folgenden Morgen anfangen, haben wir zuerst einen ausgiebigen Spaziergang durch die Hotelanlage gemacht, und sind noch kurz mit dem Auto an den ca. 5 Minuten entfernten Schluchsee gefahren, um die Herbstsonne zu geniessen.

Nach einem leichten Abendessen im kleinen Restaurant des Ayurvedazentrums sind wir recht früh schlafen gegangen, um uns auf den kommenden Tag einzustimmen. Und falls jemand fragt, NEIN, Fränzi schnarcht nicht. Und ich auch nicht. Würkli, wir schwörens!

Am nächsten Morgen gings dann nach einem ausgiebigen Frühstück (mehr dazu gleich!) los zu meinem Termin mit dem Ayurveda-Arzt Dr. Nihal Jayadeva. Der äusserst sympathische Mann aus Sri Lanka erklärt mir erst mal die Grundlagen des Ayurveda und nimmt sich dann viel Zeit für eine persönliche Gesundheitsanalyse, die aus vielen Fragen besteht, die ich in der Form noch nie beantwortet habe:

So gabs sowohl Fragen nach vergangenen Operationen oder dem Gesundheitszustand meiner Stirnhöhle, wie auch die Frage, ob ich bei Streit eher aggressiv reagiere, oder mich zurückziehe… und dann auch, was mir beim Essen am besten schmeckt, und wie ich mich im Alltag ernähre.

Das Spannendste kam aber zum Schluss, als er erst recht lange mein Herz mit dem Stethoskop abhörte, und dann mit drei Fingern meinen Puls nahm… und das für sicher drei Minuten. Er erklärte mir danach, dass das sehr wichtig sei, um meinen Dosha-Typ zu bestimmen und zeigte mir auch, dass jeder seiner drei (sehr präzise platzierten) Finger für ein bestimmtes Dosha zuständig sei: Pitta, Kapha oder Vata.

Das Fazit?

Ich bin ein Pitta-Vata Mischtyp!

Er hat mir anschliessend ein paar Tipps gegeben, welche Nahrungsmittel mir wirklich gut tun (mehr Saures! ja keine Haselnüsse!) und wie ich diese im Alltag beim Kochen gut einbinden kann. Mega-spannend!

Als die Konsultation vorbei war, wartete bereits Ayurvedatherapeut Nalaka Ambalagoda auf das Rezept seines Kollegen mit den empfohlenen Treatments. So verpasste er mir zuerst eine 20-minütige Kopfmassage mit warmem Öl, die recht intensiv war, aber auch sensationell entspannend.

Dann durfte ich im selben Behandlungsraum eine Ganzkörper-Massage geniessen, bei der er wenig sprach und VIEL bewirkte… Die Ölmischung war mit für mich zugeschnittenen Kräutern und Gewürzen versehen, sodass ich danach duftete wie ein exotisches Weihnachtsguetzli, und Nalaka verstand es, mit wenigen Fragen und viel Feingefühl Verspannungen in meinen Schultern und im Kreuz zu lösen, die ich schon seit Monaten mit mir herumtrage!

Ganz spannend fand ich jedoch die recht ausführliche Fussmassage, die mehr mit Druck arbeitete als mit Streichbewegungen und mega-angenehm war. In any case: 60 Minuten «pure bliss».

Abschliessend gabs dann ein Dampfbad der etwas speziellen Sorte, bei dem man in eine Art «Truhe» einsteigt, unter der dann Kessel mit dampfend-heissem Kräuter-Wasser stehen. Deckel zu – nur der Kopf ragt heraus – und etwa 12 Minuten lang vor sich hin dämpfen und schwitzen.

Was ich dabei super fand, ist dass Nalaka alle paar Minuten wieder ins Zimmer kam, um zu fragen, ob alles okay sei. Nur, falls du unter Platzangst leidest oder so!

Nach den Treatments habe ich mich wieder mit meiner Schwester getroffen, die ebenfalls frisch von einer Behandlungs-Routine auftauchte, und wir durften dann gleich zum Lunch antreten.

Und das bringt mich zum letzten grossen Thema der Ayurveda-Kur… denn das war für mich fast die grösste Offenbarung!

DAS ESSEN IM AYURVEDAZENTRUM:

Im Ayurvedazentrum geniesst man quasi Vollpension, ganz auf ayurvedischer Basis. So startet – unabhängig von deinem Dosha-Typ – der Tag mit einem warmen Frühstück, einem recht ausgiebigen Mittagessen (da das «Verdauungsfeuer» am Mittag am Grössten ist) und einer leichten, warmen Mahlzeit am Abend.

Im Ayurveda werden sechs verschiedene Geschmacksrichtungen unterschieden, die idealerweise bei jeder Mahlzeit enthalten sein sollten – und Gewürze unterstützen schon in kleinen Mengen die Wirkungsweise der einzelnen Lebensmittel.

Achte mal darauf bei deinem nächsten Essen, ob diese Geschmacksrichtungen vertreten sind, ist mega interessant!

Gäll? Ich kriege das auch nicht immer hin:-) Was ich aber mit Sicherheit sagen kann, ist dass das Essen im Ayurvedazentrum immer extrem gut geschmeckt hat! Unsere Befürchtungen, dass es für unseren Schweizer Geschmack zu fad, zu scharf oder einfach zu exotisch wäre, waren total unbegründet!

Fränzi und ich kriegten auch ein paar weitere gute Tipps mit, was die ayurvedische Ernährung angeht:

  • So sollte man während den Mahlzeiten so weit wie möglich auf Getränke verzichten, da diese aus ayurvedischer Sicht das Verdauungsfeuer löschen, und generell eignen sich kalte Getränke eher nicht.
  • Dafür stehen im Ayurvedazentrum immer warmes Wasser und Tee bereit, um sie zwischen den Mahlzeiten – und Behandlungen – zu geniessen.

Und der grösste Ayurveda-Tipp, den mir auch Dr. Jayadeva nahegelegt hat:

  • Den Tag mit einem Glas warmem, abgekochtem Wasser starten, und zwar gleich nach dem Aufstehen auf nüchternen Magen. Für meinen Pitta/Vata-Mischtyp empfiehlt er auch, reichlich frisch gepressten Zitronensaft beizugeben, da mir Saures sehr gut tut!

Und damit tauchen wir jetzt ein in den Spa… bisch debii?

DER WELLNESS-BEREICH IM VIER JAHRESZEITEN AM SCHLUCHSEE:

Egal, ob du dich nun für eine Ayurveda-Auszeit im Vier Jahreszeiten eingecheckt hast oder lieber zu Outdoor-Abenteuern in der schönen Natur um den Schluchsee aufbrichst:

Der 4’000 m2 grosse Wellness- und Spabereich des Hotels kann sich sehen lassen. Hier findet man alles, was das Wellness-Herz begehrt; vom Innen- und Aussenpool über diverse Saunen, Dampfbäder und Sprudelbecken bis hin zu Outdoor-Liegen und einer «Relax-Galerie».

Fränzi und ich haben uns sowohl nach unseren Ayurveda-Treatments, wie auch am Tag danach ausgiebig entspannt hier… und ganz ehrlich: Im Spa-eigenen Café Gugelhupf gibts nicht nur superfeine Snacks und Mittagessen, sondern auch die wohl leckerste glutenfreie Schoggitorte, die man sich überhaupt vorstellen kann.

FUN FACT: Zöliakie kann in der Familie liegen. Meine Schwester freut sich jedenfalls total, dass ich sie kurz nach meiner eigenen Diagnose mit Glutenunverträglichkeit im Jahr 2014 darauf hingewiesen habe… und es stellte sich bald heraus, dass auch sie hochgradig davon betroffen ist. TSCHÜSS, BUTTERZOPF, UND ZWAR FÜR IMMER.

Aber hello Schoggitorte. Was für eine Freude, wenn man solche glutenfreie Genüsse findet!

DAS HEY PRETTY AND SISTER FAZIT:

Spas testen und hier auf Hey Pretty vorstellen? Das kann ich.

Kannst du in fast 80 (!) Beiträgen nachlesen.

Aber Ayurveda? Das war für mich Neuland. Und auch wenn ich schon im Voraus wusste, dass eine solche Kur eine wirklich lebensverändernde Wirkung haben kann, war mir klar, dass man für eine «richtige» Ayurveda-Kur mindestens 5, idealerweise 10 Tage aufwenden sollte.

Vielleich war dieses «Entdecker-Angebot» deshalb genau ideal für mich, denn ich konnte so relativ schnell sehen, dass Ayurveda wahnsinnig viel zu bieten hat.

Ganz besonders, wenn es so professionell und herzlich gelebt wird wie vom Team des Ayurvedazentrums des Vier Jahreszeiten am Schluchsee.

Fränzi und ich haben am letzten Abend unseres Aufenthaltes übrigens auch noch das Haupt-Restaurant des Hotels besucht, und auch im (sehr gut besuchten) Restaurant Panorama war das Essen total fein!

Ich habe jedenfalls sicher nicht das letzte Mal Ayurveda-Luft geschnuppert. Und die Sache mit dem täglichen Glas heisses Wasser mit Zitrone beim Aufstehen habe ich schnurstracks umgesetzt. Dem nächsten Wellness-Kick im Jahr 2023 steht also nichts mehr im Weg.

Und ja, ich würde dafür sogar wieder meine Schwester mitnehmen, mit der ich jederzeit nicht nur das Hotelbett teilen würde, sondern auch das letzte Stück glutenfreie Schoggitorte. Danke für die wunderbare Gesellschaft, big sis!

Happy Wednesday und Schwarzwald-Grüsse, Pretties!

Das Hotel Vier Jahreszeiten am Schluchsee bietet diverse Ayurveda-Programme an. Die «Pause vom Alltag» (3 Tage und Nächte) gibts ab ca. 1200 Franken pro Person. Nähere Infos gleich hier.

Ayurveda Auszeit im Vier Jahreszeiten am Schluchsee im Schwarzwald: Die Spa Review auf Hey Pretty Beauty Blog Schweiz

*Der Aufenthalt ist uns vom Hotel kostenfrei zu Reviewzwecken offeriert worden unter der Voraussetzung, dass meine Review meine ehrliche Meinung widerspiegelt. Vielen Dank dafür!

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4 KOMMENTARE

  1. Dein skeptischer Blick auf den Ayurveda-Teller – gut zu wissen, dass es geschmeckt hat. Ich möchte auch eine grosse Schwester. 🙂

  2. Ich liebe Ayurveda, mit allem drum und dran. Habe auch schon einen ayurvedischen Kochkurs gemacht. Und man kann die Tipps gut in den Alltag integrieren. Wünsche allen einen schönen Donnerstag.

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