«Ein Duft muss die besten Augenblicke des Lebens wachrufen» steht auf der Website der neuen Nichen-Parfumerie Süskind im Zürcher Niederdorf. Da geht es bei mir sofort los mit…

Pritt

Pritt-Stift: Ich bin in der zweiten Klasse, bin in Timmy Haber verliebt und blamiere mich auf dem Pausenplatz, weil mir rote Feuerameisen die Hosenbeine hochgekrochen sind und ich schreiend und weinend meine Jeans runterziehen lassen muss. VOR TIMMY HABER. Scheiss-Ameisen!

HugoBoss

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«Hugo» von Hugo Boss: Ich bin 22gi, frisch verliebt in den seltsam-mysteriösen Phil, dem ich ein Buch verkauft habe. Wir haben eine wunderbare, dreimonatige Affäre, die nach Hugo duftet. Trotzdem hat er per BRIEF mit mir Schluss gemacht, der Trottel.

Croissant

Frische Croissants: JA, AUCH HEUTE GEHT ES UM GIPFELI. Besonders, wenn es schon um fünf Uhr morgens von der Bäckerei nebenan nach ihnen duftet. Ich kann nichts dafür, DAS UNIVERSUM WILL ES SO.

Und du hast sie bestimmt auch, diese duftenden Erinnerungen, oder? Wenn nicht, solltest du dir schleunigst neue schaffen. Und zwar am Besten mit einem Duft, den nicht jede zweite trägt. Und auch nicht mit einem peinlichen Parfum wie Britney Spears oder so, wie mir mal passiert ist gewisse Leute offenbar tragen.

Für die Liebhaber von Nichendüften gibt es einen neuen Hotspot in Zürich: Die Boutique Süskind an der Scheitergasse 10 in Zürich, gleich beim Hechtplatz ums Eck.

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Hier gibt es wunderschöne Parfum-Brands zu entdecken, darunter L’Artisan Parfumeur, Scent of Departure, Heeley, CB I Hate Perfume und Vero Profumo. Dazu gibt es ausgesuchte Haircare-Produkte von John Masters Organics sowie wechselnde Accessoires von kleinen Labels.

Ich durfte die Besitzerin Mayumi Matthäus kurz nach der Eröffnung interviewen für die SonntagsZeitung und sie hat mir dabei so viele interessante Sachen erzählt, dass ich dir heute und hier und JETZT GRAD noch ein paar tolle Antworten auf tolle Duftfragen gebe!

Mayumi
The gorgeous und crazy nice Mayumi Matthäus in ihrer Duft-Boutique Süskind. Ja, ich will auch deet wohnen, stell‘ dich hinten an.

Hey Pretty: Wie bist du darauf gekommen, eine Parfumerie zu eröffnen?

Mayumi: Als Flight Attendant bin ich viel gereist (und tue es immer noch). Bei meinen Aufenthalten im Ausland konnte ich viele neue Düfte ausprobieren, die meine Freunde in der Schweiz noch nicht kannten. Ich bin auch oft angesprochen worden, wonach ich denn dufte. Die Cousine meines Mannes hat in Spanien einen Parfumladen mit Nichendüften aufgemacht, und ich bin echt stundenlang da gesessen und habe alles erschnuppert. Da hat es mich so richtig gepackt und ich fand: «Das will ich auch machen!»

HP: Wie packt man denn sowas an?

Mayumi: Von der ersten Konkreten Idee bis hin zur Eröffnung von Süskind ist fast ein Jahr vergangen. Ich musste recherchieren und planen und ein schönes Lokal finden. Beim Besuch der Parfummesse in Florenz habe ich mit vielen spannenden Parfumeuren gesprochen, die alle auch fanden, dass das in Zürich fehlt – einen schönen Laden mit ausgesuchten Düften!

HP: Was ist denn der Reiz eines Nichenduftes?

Mayumi: Ich finde, diese Düfte sind wirklich ganz anders, als was man sonst von Mainstream-Brands erschnuppern kann. Ich finde es einfach toll, wenn jemand denkt: «Oh, das ist die Mayumi» und nicht «Oh, das ist «Million Dollar» von Paco Rabanne!

HP: Die Düfte, die du verkaufst, sind nicht ganz günstig. Wer ist dein «typischer» Kunde?

Mayumi: Normalerweise sind es bereits etwas ältere Menschen – Jüngere identifizieren sich halt eher mit einer Marke, ältere (so ab 30 Jahren) dann eher mit einem Duft. Und es sind Leute, die neuen und aussergewöhnlichen Duftnoten wie Saffran oder Kurkuma gegenüber aufgeschlossen sind.

HP: Duftexperten sagen, dass man höchstens drei Düfte aufs mal testen soll. Kannst du das bestätigen?

Mayumi: Ich habe auch schon oft den Fehler gemacht, im Duty Free noch schnell ein Parfum zu kaufen, das ich dort auf die Schnelle super fand, aber Zuhause dann nicht mehr mochte. Ich persönlich kann viel mehr als drei Düfte hintereinander erschnuppern, doch ich finde es einfach besser, wenn man dem Duft Zeit lässt nach dem Auftragen, sich zu entwickeln, da er sich bei jedem ein bisschen anders riecht und andere Duftnoten zum Vorschein kommen, die man erst gar nicht gerochen hat.  Ich gebe auch gerne Muster mit nach Hause, damit man den Duft in Ruhe ausprobieren kann und erst, wenn man wirklich weiss, dass er einem passt, kommt man zurück und kauft ihn allenfalls. Dann ist es sicher kein Kurzschluss!

HP: Und was ist dein persönlicher Lieblingsduft? Kann man sich da überhaupt noch entscheiden?

Mayumi: Früher habe ich immer nur ein Parfum getragen. Heute wechsle ich zwischen verschiedenen ab, je nach Tagesstimmung. Aber ich liebe Amber, mein aktueller Favorit ist die Nummer 114 von Histoire de Parfums!

Süskind, Scheitergasse 10, 8001 Zürich. Montag geschlossen, Dienstag bis Freitag von 11 bis 18:30 h geöffnet, Samstag von 11 bis 17h. Webshop und nähere Infos hier.

Geh‘ hin und lass‘ dich begeistern, Schatz… und Mayumi entdeckt auch laufen Neues: Seit letzter Woche hat sie «Une Nuit à Bali» an Lager

UneNuitABali

und ebenfalls neu mit dabei ist «Dreckig bleiben», eine Duftkomposition des Parfumeurs Mark Buxton, die sie in der Schweiz exklusiv führt.

DreckigBleiben

Und jetzt die grosse Preisfrage: Welcher Duft transportiert DICH an einen glücklichen Ort? Let me know! Ausser, wenn es gruusig ist. Zwar… dann will ich es erst recht wissen, ahem.

 

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