Gleich mal vorweg, für alle Hey Pretty-Leserinnen und Leser: Ich bin nicht an Krebs erkrankt. Doch ich gehöre zu den wohl fast 99% der Menschen, die in ihrem Umfeld geliebte Menschen haben, die Krebs hatten – oder sich gerade in einer Krebsbehandlung befinden. Und genau um diese geht es heute. Insbesondere um die Frage:
«Wie kann ich jemanden bei der Krebsbehandlung unterstützen?»
Doch bevor ich dir von der ICanSelfCare-Studie erzähle, und dich darum bitte, den Aufruf zur Teilnahme an einer neuen Studie des USZ mit Menschen zu teilen, die gerade eine Krebsbehandlung machen (oder innert der letzten 5 Jahre eine Krebsbehandlung erfolgreich beendet haben, YAY!), möchte ich dir auch kurz persönlich erzählen, warum mir das so wichtig ist.

STEFFI UND DER KREBS: WARUM MICH DIE ‘ICANSELFCARE’-STUDIE BEWEGT
Vor rund 10 Jahren ist eine Freundin von mir erstmals an Brustkrebs erkrankt. Mirjam war eine unglaublich erfolgreiche Geschäftsfrau und Mutter und hat alles getan, was in ihren Möglichkeiten lag, um den Krebs zu bekämpfen: Operationen, Bestrahlung, Chemotherapie… und das mit zwei noch relativ kleinen Kindern zuhause.
Schlafprobleme, Erschöpfung, heftige körperliche Reaktionen auf die Therapien, chemisch eingeleitete Instant-Menopause: Das waren unfassbar grosse Herausforderungen für sie. Und damals habe ich mir die obige Frage auch gestellt: Wie kann ich sie supporten? Und die Antwort kam in intuitiver Form, als ganz praktische Hilfe:
-Ich habe ihre Kids für ein Weekend zu mir genommen, damit sie zur Chemotherapie gehen konnte.
-Ich habe ihr Lasagne gemacht und vor der Haustüre gedroppt, ohne zu klingeln.
-Ich habe ihr zugehört, wenn sie reden wollte. Und sie zugeplappert, wenn sie Ablenkung wünschte.
Und einige Jahre später, als sie erneut an Krebs erkrankte und schliesslich die Nachricht erhielt, dass die medizinischen Möglichkeiten für eine Heilung ausgeschöpft waren, habe ich genau das gemacht, was sie damals absolut wollte, nämlich: Nicht im heulenden Elend zu versinken, sondern aktiv dafür zu sorgen, dass unsere letzten Begegnungen voller Lachen und Lebensfreude waren.
Ich denke, viele Angehörige von Krebspatientinnen und -patienten kennen dieses Gefühl der Ohnmacht, aber auch der Unsicherheit, ob und wie man dazu beitragen kann, dass die Krebstherapie so gut wie möglich über die Bühne geht… und auch wenn man keinen direkten Einfluss auf den Verlauf der Krankheit nehmen kann, sind es oft ebendiese «Mikro-Einflüsse», die das Gesamtbild prägen können.
Und genau deshalb habe ich auch bei der Anfrage des Instituts für komplementäre und integrative Medizin des Universitätsspital Zürich USZ, ob ich ihnen dabei helfen könnte, ihre Studie «ICanSelfCare» bekannt zu machen, nicht gezögert. Denn dabei geht es genau um die Frage, was Betroffene tun können, um die Erfolgschancen ihrer Krebstherapie zu optimieren… und die Antwort lautet – wie auch bei gesunden Menschen – Self Care!

WAS DIE ‘ICANSELFCARE’-STUDIE UMFASST
In der ICanSelfCare-Studie will das Institut für komplementäre und integrative Medizin des Universitätsspital Zürich mit Unterstützung der Krebsforschung Schweiz herausfinden, in welchem Ausmass Self-Care-Techniken zur Linderung von Nebenwirkungen der Krebsbehandlung selbst beitragen können, wenn sie digital vermittelt werden.
Dafür haben sie einen Online-Kurs entwickelt, bei dem Betroffene während sechs Wochen Akupressur oder Achtsamkeit in ihren Alltag einbinden und aktiv ‘üben’. Im Rahmen einer offiziellen klinischen Studie möchte man herausfinden, welche Auswirkung diese Techniken insbesondere auf Schlafprobleme haben.
Unter diesem Link kann man als Betroffene oder Betroffener den Fragebogen zur Studie ausfüllen, und wenn die Studienvoraussetzungen stimmen, kann man dann am Online-Kurs teilnehmen, der:
-Von Fachpersonen und Betroffenen entwickelt wurde
-Den Datenschutz gewährleistet und ausschliesslich online stattfindet
-6 Module umfasst, die insgesamt 2 Stunden dauern
-insgesamt 6 Wochen dauert, wobei jedes Modul einzeln angekündigt und erklärt wird
-zeitlich und örtlich unabhängig stattfindet – man nimmt einfach vom Computer aus Teil zu einem Zeitpunkt, der gut in den eigenen Tagesablauf passt
-Self-Care-Techniken vermittelt, von denen bekannt ist, dass sie Schlafprobleme und Fatigue lindern können
An der Studie teilnehmen können alle, die sich aktuell in einer Krebsbehandlung befinden, oder in den letzten 5 Jahren an Krebs erkrankt sind oder waren. Die genauen Teilnahmebedingungen findest du hier online, und die Unterlagen gibt es nur in deutscher Sprache.

Und nun kommst du zum Zug, liebe Hey Pretty-Leserin und lieber Hey Pretty-Leser: Unser Ziel ist es nun, dass sich genug Menschen für die Studie anmelden, dass diese durchgeführt werden kann.
Schicke diesen Blogbeitrag an einen Menschen in deinem Leben, der vom Krebs betroffen ist.
Denn die Chance, dass die im ICanSelfCare-Kurs erlernten Techniken (insbesondere bei Schlafproblemen) seinen oder ihren Alltag spürbar verbessert, ist gut. Das ist wertvoll. Das ist unterstützend. Und das ist meiner persönlichen Meinung nach auch ein unglaublich wichtiger Aspekt ‘moderner’ Medizin, die den Menschen ganzheitlich betrachtet.
Nehmen wir doch einander an die Hand. Und wenn wir keine Lasagne machen können, dann können wir vielleicht so dazu beitragen, dass es jemandem, der eine Krebsbehandlung meistert, ein kleines bisschen besser geht!
Weitere Infos und Anmeldung zur Teilnahme jetzt auf icanselfcare.ch.



2 Comments
wow Steffi, so toll was du da machst … aktuell habe ich glücklicherweise keine kranken Menschen in meinem Umfeld. Aber ich leite es gerne weiter. Happy day!
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