Sitzt du, Bella? Wenn nicht, schlage ich vor, dass du den Sechstklässler, der so frech seinen Rucksack auf einem eigenen Sitz drapiert hat im Bus, schnell zurechtweist und dir den Platz eroberst. Denn heute geht es um ein Thema, bei dem ich – als ich gefragt wurde, ob ich einen Blogbeitrag dazu schreiben würde – erst mal ein bisschen in mich hineinhorchen musste.

Und dann auch beherzt meine kleinen, aber nach 43 Jahren total lieb gewonnen Brüste in die Hand nehmen musste und mich fragte:

Würde ich denn je eine Brustoperation in Erwägung ziehen?

Da ich mit Ausnahme eines einzigen Exfreundes, der mich zwar toll fand, aber meine Brüste vielleicht ein bisschen optimierungswürdig (ich war 23gi, und er sagte: «Das mit den Brüsten können wir ja später immer noch machen»… ich machte bald darauf Schluss, ahem) weder von mir selbst aus, noch von aussen wirklich darunter litt, könnte ich hier durchaus sagen, dass mich das Thema eigentlich nichts angeht.

Aber da wären dann all die Frauen in meinem Leben, denen es nicht so geht.

..

Die finden, dass ihre Brüste einfach nicht ihrem Körperbild entsprechen.

Und genau für die Freundinnen (und möglicherweise auch für dich!) habe ich mich dazu entschlossen, beim Breast Atelier in Zürich einen der Spezialärzte zu schnappen und diesen… naja, so richtig zu löchern. Und zwar mit all den Dingen, die ich schon immer über Brustvergrösserungen, Brustverkleinerungen und Bruststraffungen wissen wollte.

Und dieser geduldige Mann ist mir Red und Antwort gestanden!

Alles, was du über Brust-OPs wissen wolltest: Breast Atelier Zürich

Dr. med. Nicholas Waughlock ist Facharzt FMH für Plastische, Wiederherstellende und Ästhetische Chirurgie und sowas wie das Aushängeschild des Breast Atelier – der im Oktober 2014 eröffneten «Dépendence» der renommierten Klinik Pyramide in Zürich.

Unter der medizinischen Leitung von Dr. med. Cédric A. George werden hier, wie der Name so chli unschwer zu erkennen gibt, ausschliesslich Brustoperationen angeboten. Und zwar nur von Spezialärzten wie Dr. Waughlock, die auf dem Gebiet richtig Erfahrung mitbringen und zu Pauschalpreisen, die mit 9800 Franken pro Operation ganz schön wettbewerbsfähig sind.

Bist du bereit für das grosse, ausführliche und keine-Frage-zu-doof-ige Brust-Q&A? Dann würde ich vorschlagen, dass wir in die Tagesklinik im Zürcher Seefeld fahren und loslegen damit!

Breast Atelier Zürich, Infobeitrag von Hey Pretty (Sponsored Content)

Breast Atelier Zürich: Was du über Brustoperationen wissen musst

Breast Atelier Zürich, Image by Hey Pretty

Breast Atelier Zürich (Image by Hey Pretty)

Grüezi Herr Waughlock! Erste Frage – Wie erleben Sie Ihren Job als «Brust-Doktor» hier in Zürich im Vergleich zu Ihrer Heimat Schweden?

Der Informationsaustausch in Schweden ist ganz anders. Da kommen die Leute her und sind schon gut informiert. Da habe ich das Gefühl, dass das hier in der Schweiz noch ein Tabu ist, im Bekanntenkreis darüber zu sprechen. Auch wenn man was gemacht hat oder es sich überlegt… es wird nicht darüber diskutiert. Auch in den Medien wird diese Schuld-Kampagne gefahren: «Die kosmetische Chirurgie verführt Leute, Eingriffe zu machen»… das hilft der Patientin auch nicht, weil sie sich dann noch mehr schämen. Es wäre viel besser das offen zu legen und darüber zu reden. Das ist mir hier auf jeden Fall aufgefallen. Hierzulande merkt man schon, dass die Leute es teilweise nicht mal ihrer näheren Familie erzählen.

Also gut, dafür bin auch ich da! Wir reden jetzt ganz offen darüber, einverstanden? Also… ich wäre jetzt eine Patientin, die sich für ein Beratungsgespräch anmeldet im Breast Atelier. Was passiert nun?

Für ein erstes Gespräch stellen wir 60 Minuten zur Verfügung; das ist relativ viel Zeit. Dies, weil wir viel über die Beweggründe sprechen und genau hören wollen, was die Patientin an ihrer Brust wirklich stört. Das ist nämlich etwas, das in den Medien immer etwas falsch verstanden wird: In 80% der Fälle ist es die Form, die die Patientin an ihrer Brust am meisten stört und nicht die Grösse.

Es gibt auch viele jüngere Frauen, die keine oder sehr wenig Brüste entwickelt haben und dazu ist nicht so selten, dass eine Brust schräg liegt. Da muss man genau hinschauen und erklären, wie man es am Besten operiert. Jedenfalls klären wir im Gespräch die Voraussetzungen und Erwartungen und dann kommt die Analyse. Dabei wird ausgemessen, wieviel Brustgewebe da ist, wo die Brustwarze liegt, wie die Haut- und Brustdrüsendicke ist, wie breit der Brustkorb ist und so weiter… Das macht man, damit man weiss, was für Limitationen allenfalls gegeben sind, wie die Form aussieht und damit man die Brust dem Körper der zur Verfügung steht anpassen kann.

Brustoperationen: Was du wissen musst (Breast Atelier Zürich)

Nach der Messung wird es dann konkret: Zusammen mit der Patientin wähle ich Implantate aus, die zu ihrem Wunschergebnis führen könnten. Man legt diese dann in einen Sport-BH und kann dann vor dem Spiegel sehen und fühlen, wie der Unterschied ist – zusätzlich zur eigenen Brust. Auch wenn die Unterschiede der Einlagen hier von Auge oder in der Hand recht klein sind, ist die Veränderung im BH deutlich zu sehen.

Breast Atelier Zürich: Einlagen testen (Hey Pretty)

Das Erstaunliche ist, dass man sich da fast immer einig wird, was das Volumen betrifft. Wir wissen, dass Leute mit einer gewissen Vorstellung kommen oder gar mit Bildern aus dem Internet… aber das passt oft gar nicht zu der Situation der Patientin.

Besonders, wenn jemand sagt «ich will von B auf C-Cup», denn diese Formulierungen mit Cupgrössen sind ziemlich schwierig, da sie weder genormt sind noch an jeder Frau gleich aussehen.

Jedenfalls pendeln sich die Patientinnen beim Ausprobieren mit den Einlagen meist auf «das gefällt mir» ein. Da merkt man auch das Gewicht, da diese Einlagen in etwa gleich viel wiegen wie die entsprechenden Implantate. Haben wir diese ausgewählt, können wir sie dreidimensional simulieren.

Diese 3D-Simulation ist offenbar ein wichtiger Teil des Breast Atelier-Service. Wie wichtig ist dieses Gerät für Sie im Prozess?

Früher diente diese Simulation vielen Ärzten eher als Verkaufs-Instrument. Heute, mit rund 10 Jahren Erfahrung damit, wissen wir, dass es vielmehr ein Kommunikationsmittel ist, um der Patientin zu zeigen, was sie erwarten kann. Aber auch, was es für Probleme geben kann, wenn die Patientin sich etwas wünscht, das zu schlechten Langzeit-Resultaten führen könnte. Das kann man relativ gut zeigen mit dem 3D-Bild… obwohl ich persönlich finde, dass das «Ausprobieren» mit den Einlagen und deren Gewicht am eigenen Körper fast noch hilfreicher ist. Am 3D-Gerät teste ich quasi, was ich vorher im Gespräch gehört habe.

Wie funktioniert das Gerät eigentlich?

Es wird zuerst ein Foto gemacht von der Brust, wobei man den Brustkorb von allen Seiten erfasst. Dann lädt man hier am Computer die Bilder hoch, und das Programm setzt erst mal eigene «Markierungspunkte», die man auch von Hand korrigieren kann, falls nötig. Wenn man mit den Fixpunkten zufrieden ist, kann man allfällige Asymmetrien korrigieren und gibt anschliessend das gewünschte Volumen ein. Heutzutage kann man sehr genau Volumen anpassen – zum Beispiel, ob man eher unten an der Brust mehr Volumen will und oben weniger oder umgekehrt.

Damit werden die Bilder erfasst für die 3D-Simulation einer Brustvergrösserung (Breast Atelier Zürich)

Dann kann man die Implantante wählen, die man davor als Möglichkeit definiert hat und sieht diese dann umgesetzt – und zwar sowohl im Profil von der Brust, von der Seite, wie auch, wo und wie die Brustwarze danach liegen wird.

Brustvergrösserung im Breast Atelier Zürich: 3D-Simulation

Die Ansicht von oben, quasi die «Ich-Perspektive» der Trägerin mit ihrem späteren Decolleté ist übrigens auch sehr wichtig, weil man da sehr schnell sieht, ob ein gewähltes Implantat zu gross ist: So würden sich zum Beispiel die Brüste in der Mitte berühren, oder allenfalls zu weit nach aussen ragen und folglich die Armbewegungen einschränken.

Wählen viele Patientinnen bei diesem Schritt dann die kleinere Variante?

Das kann ich nicht so genau sagen, aber hier ist das 3D-Bild für die Form und die ganze Wirkung am eigenen Brustkorb ein wichtiges und gutes Instrument.

Gibt es Fälle, in denen die Patientin nachher kommt und sagt «Das sah auf dem Foto aber anders aus?»

Studien haben gezeigt, dass 98% der Patientinnen finden, dass es nachher genau so aussieht wie auf dem Bild. Wenn man aber genau hinschaut, gibt’s manchmal Fälle, in denen die Hautqualität stark mitspielt. Der Computer kann nämlich nicht errechnen, ob die Haut eher schlaff oder sehr fest ist. Aber das weiss ich als Arzt im Voraus und kläre das direkt mit der Patientin.

Breast Atelier Zürich: Review und Info-Beitrag auf Hey Pretty

Geschieht das oft, dass die Patientin mit einer völlig anderen Vorstellung zum Beratungsgespräch kommt?

Es passiert relativ häufig, dass man erst erklären muss, was die anatomischen Voraussetzungen sind – was überhaupt möglich ist und was nicht. Dann ist es uns sehr wichtig, dass man das Resultat miteinander diskutieren kann, damit beide die gleichen Erwartungen haben. Dieses Management von Erwartungen ist eigentlich das Allerwichtigste: Bei dieser Operation behandeln wir keine Krankheiten, das einzige Resultat ist, dass die Patientin zufrieden ist und dafür muss man verstehen was sie wirklich will.

Mit den Volumeneinlagen und dem 3D-Bild kann man genau zeigen, was zu gross aussieht, was allenfalls später zum Problem werden könnte, oder auch, ob es Form-Unterschiede gibt, die sich gar nicht ausgleichen lassen. Dieses konkrete Vorgehen mit Einlagen nimmt auch sehr viele Ängste von der Patientin, die vorher nicht wusste, wie es aussehen könnte.

Okay… Das Beratungsgespräch ist vorbei, meine Fragen beantwortet… und ich entscheide mich für eine Operation. Wie lange dauert der Eingriff?

Vergrösserungen etwa 1 Stunde, Verkleinerungen 1.5-2 Stunden. Je nach dem, wie gross (oder klein) sie sein soll.

Und das geschieht alles an einem Tag, oder?

Ja, man kommt zur Operation und bleibt dann 2-3 Stunden hier zur Beobachtung damit wir sehen, dass alles funktioniert: Aufs WC gehen, essen, trinken, Blutdruck, Aufstehen geht und dass es einem nicht schlecht wird. Man soll danach nicht alleine nach Hause gehen, jemand muss dabei sein. Dann kommt man zur Kontrolle am nächsten Tag, um zu sehen, ob alles gut ist.

Ist das ein Vorteil des Breast Ateliers, auch in diesem Sinn, dass ein Eingriff keinen Krankenhaus-Aufenthalt mit sich bringt?

Aus medizinischer Sicht eigentlich nicht – das kommt mehr von der Narkosetechnik her die sich extrem gewandelt hat – da besteht kein erhöhtes Risiko mehr für eine gesunde Patientin, bei der Art Eingriffe die wir machen. Das heisst, dass wir Patientinnen die Risikofaktoren haben, nicht ambulant behandeln.

Aber die neuen Narkosemittel erlauben es, dass schon 20 Minuten nach dem Eingriff keine Narkosemittel mehr im System sind, sondern nur noch Schmerzmittel… von da her sind die Leute wirklich wach nach der Operation, das ist ganz anders als früher. Eine Vollnarkose heute ist überhaupt nicht mehr das, was es vor 20 Jahren war.

Nach der Operation kommen dann mehrere Kontrollen: Nach einer Woche möchten wir die Wundheilung sehen. So wie wir nähen sind die Wunden nach ein paar Stunden zugeklebt, weil wir es wasserdicht nähen. Nach einer Woche will man sehen, dass sich keine Infektion gebildet hat… das sieht man nach etwa 7 Tagen… dann machen wir noch eine Kontrolle nach 3 Monaten, da ist eigentlich alles fertig.

Breast Atelier Zürich, Infobeitrag von Hey Pretty (Sponsored Content)

Ist die Vergrösserung für Sie einfacher zu machen als die Verkleinerung?

Beide Operationen sind technisch gesehen nicht sehr kompliziert… deshalb ist es umso wichtiger, dass man es exakt macht und dass man sich wirklich aufs Ergebnis verlassen kann. Bei Brust-OPs ist das Wichtigste, dass man diese standardisiert, einen Plan hat und vorher genau vorbereitet, damit man weiss, dass es keine Überraschungen gibt im Operationssaal. Man kann also nicht in den Operationssaal gehen und mal loslegen und schauen.

Vergrössern dauert nicht so lang wie eine Verkleinerung – aber das liegt am Vernähen, weil man beim Verkleinern viel mehr nähen muss, das dauert halt. Aber eine Vergrösserung kann auch kompliziert sein, wenn man das Implantat unter den Muskel legt… da muss die Messung perfekt stimmen. Also… beide sind eigentlich Routineoperationen, man muss aber sehr auf Details achten.

Versicherungen zahlen in der Regel keine Brust-OPs, oder?

Laut dem Krankenkassengesetz muss ein Krankheitsbild bewiesen werden – und das ist bei Vergrösserungen fast nie der Fall. Versicherungen versuchen mehr und mehr das zu vermeiden. Früher war es so, dass man, wenn man eine sehr kleine Brust hatte und psychisch darunter litt, eine Vergrösserung manchmal von der Versicherung bezahlt wurde. Heute kommt das kaum mehr vor – ausser, man hat eine Brust-Deformität, die wirklich wie eine Missbildung aussieht.

Bei einer Verkleinerung müssen sehr konkrete Kriterien erfüllt sein: Ein gewisses Volumen, Verspannungen in Schultern und Rücken, die aber konservativ fertig behandelt sein müssen – also mit zwei Jahren Krankengymnastik und Rückenstärkung. Dann muss abgeklärt sein, ob mit dem Rückgrat alles in Ordnung ist, ob man normalgewichtig ist (es könnte sein, dass die Brüste bei normalem Gewicht auch nicht mehr zu gross wären), und hier ist es eben auch nicht wirklich definiert, was «zu schwer» ist. Man sagt, unter 800 Gramm pro Seite wäre eher Nichts zu machen.

Selbst wenn diese Voraussetzungen gegeben sind, können wir als Klinik nichts selber entscheiden: Das ist ein ganzer Prozess mit der jeweiligen Versicherung… doch die meisten Patientinnen, die für eine Brustverkleinerung zu uns kommen, haben bereits vorab abgeklärt, ob ihre Versicherung zahlen würde. Viele sind es nicht, denn dafür muss wirklich ein sehr grosses Brustvolumen vorhanden sein.

Was du über Brustoperationen wissen solltest (Breast Atelier Zürich)

Das ist sicher eine Frage die viel gestellt wird: Ob eine OP das Stillen beeinflussen wird?

Bei Frauen die noch keine Kinder haben, erklärt man das eigentlich immer. Bei der Brustverkleinerung wird Brustgewebe entfernt und somit auch einige Milchdrüsen. Die Brustdrüsen sind radiär angeordnet, wie Radspeichen, sodass wenn man einen Teil entfernt, der Rest noch funktioniert. Es kann jedoch sein, dass das Stillvermögen vermindert wird. Bei der Vergrösserung wird das Stillvermögen meist nicht beeinflusst – und es gibt ausserdem immer noch die 20-30% der Frauen, die auch ganz ohne Brustoperation Stillprobleme haben.

Es geht weiter mit den doofen Fragen, wenn Sie mir schon so nett zur Verfügung stehen: Gibt’s Dinge, die man nach der OP nicht mehr machen kann z.B: Bügel-BHs tragen oder gewisse Sportarten ausüben?

Nein, eigentlich nicht. Es gibt natürlich unterschiedliche Zeitabschnitte in denen man das Gewebe nicht belasten darf. Bei der Vergrösserung dauert diese Phase etwas länger, weil das Implantat nahe am Brustmuskel ist. Grundsätzlich sagen wir: Sechs Wochen keinen Sport, vor allem nicht mit dem Oberkörper. Dann empfehlen wir drei Monate nicht voll zu belasten, sondern nach sechs Wochen langsam zu steigern.

Ist das ein für die Patientinnen generell ein Problem, dass man länger keinen Sport machen darf?

Es gibt schon sehr sportliche Patientinnen, die viel trainieren und deswegen sehr wenig Brustvolumen haben. Denen muss man sehr genau erklären, warum das wichtig ist, dass sie ruhen und langsam mit dem Training beginnen. Sobald sie verstehen, dass sie nach diesen 3 Monate normal Sport machen können, nehmen sie eher in Kauf, dass man lieber länger Pause macht und dass es dafür richtig heilt und es später keine Probleme gibt.

Ist die Genesung bei der Vergrösserung grundsätzlich leichter/schneller als bei der Verkleinerung?

Nein, eigentlich umgekehrt: Die Brustverkleinerung ist eine Hautoperation. Man entfernt Haut und Brustgewebe und näht nachher zu. Das heisst, sobald die Wunde verheilt ist, ist es fertig. Drei bis vier Wochen sollte man vorsichtig sein, weil die Wundoberfläche in der Tiefe etwas grösser ist als man an der Oberfläche sieht und diese Zeit braucht, um abzuheilen.

Diese Operation ist nicht besonders schmerzhaft: Bei einer Verkleinerung hat man eher Spannungsgefühle auf der Haut als «Schmerzen» und es juckt ein bisschen beim Heilen. Innerhalb von drei bis vier Tagen spürt man nicht mehr sehr viel. Nur, wenn man sich anstrengt oder viel bewegt.

Dann ist die Vergrösserung schmerzhafter?

Ja, tatsächlich. Es kommt vor allem drauf an, wie gross das Implantat im Vergleich zum Brustkorb ist und ob es unter, oder über dem Muskel liegt.

Wie wird das eigentlich definiert? Wie entscheiden Sie sich, welche Methode Sie für diese Brustvergrösserung nehmen?

Die erste Frage ist, ob man genug Eigengewebe hat, um das Implantat gut zu bedecken, sodass man es so wenig wie möglich spürt oder sieht. Da gibt’s bestimmte Kriterien, wie dick die Fett- und Muskelschicht sein muss, damit man es darunterlegen kann oder ob man noch mehr Gewebe braucht (und darum den Muskel dazunehmen muss), damit das Implantat von oben nicht zu sehen ist.

Breast Atelier: Operationstechniken (Image by Hey Pretty)

Früher hat man es sehr viel unter die Drüsen gemacht, dann gab es diese scharfen Kanten vor allem im BH, wenn die Brust nach oben gedrückt wird. Heute wissen wir, dass man MEHR Gewebe braucht, um das Implantat gut zu bedecken.

Welche Methode mehr angewendet – unter oder über dem Muskel?

Hier im Breast Atelier mache ich mehr Implantate unter den Muskel, weil viele unserer Patientinnen nicht viel Brustgewebe haben oder sehr schlank sind. Das heisst, da hat man keine Wahl und braucht den Muskel damit sich das Implantat später nicht sicht- oder spürbar wird.

Mit den modernen, tropfenförmigen Implantanten kann man die Form viel mehr beeinflussen als früher. Heutzutage ist das Silikon formstabil: Es ist zwar weich und verändert sich bei Druck, aber es «fliesst» nicht umher. Man kann also heute viel gezielter auch die Form verändern und nicht bloss die Grösse.

Brustimplantate (Beratungsgespräch beim Breast Atelier Zürich)

Was ist form-technisch bei der Verkleinerung realistisch vom Resultat her?

Man ist ein bisschen freier, denn man kann bei der Operation wirklich individuell definieren wieviel Brustgewebe entfernt wird. Man checkt auch erst mit der Patientin was sie gerne hätte… ob sie lieber so wenig Gewicht wie möglich hätte oder ein Volumen, das trotzdem noch zum Körper passt. Das gibt es eigentlich selten, dass eine Patientin mit sehr grossen Brüsten auf einen B-Cup will; die Veränderung ist dann einfach schon sehr gross.

Macht man auch Verkleinerungen, in denen man mit einem Implantat die Form anpasst?

Ja, auf jeden Fall. Ist die Haut schlaff, könnte man eine Straffung machen, die Brustwarze nach oben heben und die Haut anpassen. Aber manchmal ist das Gewebe dafür viel zu weich und keine Patientin will eine zwar kleinere, aber halt schlaffe Brust. Dann muss man oft mit einem Implantat helfen, um das Gewebe etwas aufzubauen. Das geht übrigens auch im selben Eingriff, der allenfalls etwas komplizierter ist zum Berechnen.

Was passiert eigentlich mit der Brustwarze wenn sie versetzt werden muss… ist sie dann immer noch gleich sensitiv oder hat man Einbussen?

Grundsätzlich besteht die Gefahr, dass das feine Gefühl in der Brustwarze schlechter wird, aber da kommt es sehr darauf an wie weit man die Brustwarze allenfalls heben muss.

Brustverkleinerung: Skizze der Brustwarzenverschiebung (Breast Atelier Zürich)

Bei einer Verkleinerung oder Straffung hebt man die Brustwarze und versucht eine schöne Form hinzukriegen. Man legt die Narben so, dass man sie im BH nicht sieht. Wenn ich die Brustwarze nur ein paar Zentimeter heben will, kann ich eigentlich die ganze Haut hier so belassen – das heisst alle Nerven die in die Brustwarzen gehen, bleiben erhalten.

Wenn ich aber eine Brustwarze habe, die sehr weit unten liegt, muss ich sie weiter heben und den Hautstiel länger lassen und aussen herum schneiden. Da ist das Risiko, dass die Nerven, die eigentlich von der Seite kommen, verletzt werden und man nicht so viel spürt.

Die OP heute wird so gemacht, dass die Hauptnerven (von oben) erhalten bleiben; von der Seite kommen weniger Nerven. Die von oben sind vom Empfinden her wichtiger als die von der Seite.

Mit welchen Komplikationen muss gerechnet werden bei beiden OPs?

Grundsätzlich mit denen, die bei jeder Operation auftreten können: Einerseits, dass es eine Nachblutung gibt. Das ist aber extrem selten bei Brust-OPs, weil man alles sieht während der Operation und man das Blut stillt, bevor man zunäht. Bei uns ist das weniger als 1% der Fälle.

Eine Infektion ist auch extrem selten in der Brust, weil sie schon so konzipiert ist, dass sie sich sehr gut dagegen wehren kann, z.B. beim Stillen: Die Brust heilt grundsätzlich sehr schnell. Dann erklären wir auch immer im Voraus wo die Narben liegen werden, dass diese rund ein Jahr brauchen bis sie «fertig» geheilt sind und wie sich diese allenfalls mit der Zeit verändern können.

Wie sieht es eigentlich aus mit der Brustkrebs-Vorsorge: Kann man nach einer Brust-OP sich noch immer selbst abtasten für Unregelmässigkeiten?

Ja. Bei einer Vergrösserung gibt es diesbezüglich eigentlich keine Verschlechterung, da kann man die Eigenuntersuchung genau so machen wie vorher; genau so wie die Mammographie später. Das Brustgewebe ist einfach etwas dichter, sodass man allenfalls ein bisschen genauer hinschauen muss und allenfalls auch die Untersuchung wiederholen, um sicher zu gehen, dass die Verdichtung normal ist.

Ich hatte im Kopf, dass man Silikonimplantate irgendwann einmal ersetzen muss… sich also nach Jahren noch einmal unters Messer legen muss. Stimmt das?

Früher war das so. Die Implantate waren nur rund und sie waren ausserdem mit flüssigem Silikon gefüllt. Die Hüllen waren von der Fabrikation her anders, sodass sie mit der Zeit etwas spröde geworden sind und auch die Tendenz hatten im Laufe der Zeit Falten zu bilden. Wenn diese Falten dann 10 oder 15 Jahre aneinander gerieben haben, konnte die Hülle reissen und das Silikon herausfliessen und Verhärtungen bilden.

Darum hiess es, man soll nach 10 Jahren kontrollieren – und wenn das der Fall wäre, auswechseln. Heute ist das aber nicht mehr so, weil das Silikon formstabil ist. Wenn also alles gut verheilt ist, sagen wir mal das erste Jahr vorbei ist, gibt es kein Ablaufdatum für das Implantat.

Breast Atelier Zürich, Q&A zu Brustoperationen von Hey Pretty

So, ich habe keine blöden technischen Fragen mehr. Kommt es vor, dass Sie von einer Brustvergrösserung abraten?

Eigentlich nicht. Ich habe gemerkt, dass sich die Patientinnen wirklich sehr lange überlegen bevor sie herkommen – oft sogar jahrelang. Eigentlich kommt niemand zu uns der spontan, so nach ein paar Wochen überlegen, sich die Brust vergrössern lassen will. Das ist kein impulsiver Entscheid.

Macht es Sinn als Patientin, sich mehrere Offerten zu holen? Also, Operationen von verschiedenen Kliniken zu vergleichen?

Das ist in der Schweiz ein bisschen ein Problem, dass die Qualitätsmerkmale in der Chirurgie nicht so transparent sind und zwar, weil die Patienten nicht so offen miteinander reden. Von daher wäre es wirklich ein Vorteil, wenn die Leute darüber reden würden. Nicht aus Überlegungen, dass die kosmetische Chirurgie breiter akzeptiert wird, sondern im Interesse der Patienten, damit sie wissen: Wenn ich es schon mache, dann will ich an die richtige Stelle und wissen zu wem ich gehen soll.

Gibt es eine Frage, die Sie persönlich wichtig finden und viele Patientinnen nicht so oft stellen?

Was meiner Meinung nach ein bisschen zu kurz kommt sind Fragen nach der Qualifikation des Arztes. Weil es auch in der Schweiz schwarze Schafe gibt die sich kosmetische Chirurgen nennen, ohne irgendeine Ausbildung zu haben. Man darf sich als Zahnarzt «kosmetischer Chirurg» nennen, das ist kein geschützter Begriff. Ich würde also sagen, dass man viel mehr hinterfragen soll.

Das heisst Sie würden es begrüssen, wenn eine Patientin zu Ihnen kommt und erst mal genau wissen will, wer Sie eigentlich sind?

Ja, unbedingt! Das machen manche Patientinnen auch, da werde ich auch überhaupt nicht defensiv oder so… das ist eine gute, wichtige Frage. Unsere Verbindung als Breast Atelier mit der Klinik Pyramide ist für viele Interessenten schon ein Qualitätsmerkmal, aber die viel wichtigere Frage ist, was der Arzt persönlich kann. Weil Patientinnen selten miteinander reden und daher nicht wissen: «Der Chirurg hat schon 300 Eingriffe gemacht, der ist gut»… aber genau das wäre eigentlich ideal. Sonst könnte man sich wirklich nur auf die Reklame und Türschilder und aufs schöne Wartezimmer der Klinik verlassen: Die Qualifikationen des Arztes ist die Basis worauf man sich verlassen sollte.

Dann frage ich direkt nach Ihrer persönlichen «Scorecard» in Sachen Erfahrung, Herr Waughlock...

Insgesamt habe ich 4’500 Operationen gemacht, und davon sicher 1’500 Brüste. Das weiss ich so genau, weil ich darauf ausgebildet bin und ein Logbuch führe!

Breast Atelier Zürich: Fragerunde auf Hey Pretty

DIE HEY PRETTY ZUSAMMENFASSUNG:

Also, los jetzt: Meine Beweggründe, diesen Blogpost zu schreiben waren für mich persönlicher Natur. Denn obwohl ich selbst mit meinen B-Cup-Brüsten ziemlich glücklich bin, gibt es etliche Frauen in meinem persönlichen Umfeld die schon länger mit dem Gedanken einer Brustoperation spielen.

Ach, Dr. Waughlock. Hätten Sie gewusst worauf Sie sich einlassen, wenn Sie mir als Fachmann und ästhethischer Chirurg «so lange Sie möchten!» Red und Antwort stehen zum Thema Brust-OPs, hätten Sie eventuell gar nicht zugesagt. Aber ich bin froh, haben Sie es getan!

Für mich war es eine total spannende Erfahrung, sowohl die Klinik wie auch die Menschen die dort arbeiten kennenzulernen und für einmal wirklich alle ehrlichen Fragen zu stellen, die ich (wäre ich selbst als Patientin da) vielleicht in der Form nicht unbedingt gestellt hätte.

Ich hoffe, dass du – auch wenn du selbst keine Brust-OP in Erwägung ziehst – dieses Feature spannend gefunden hast und werde natürlich auch meine oben erwähnten Freundinnen nach ihrem Feedback fragen. All in all finde ich das Konzept und die Umsetzung beim Breast Atelier sehr schlüssig und glaube wirklich, dass du (und deine Brüste) da in guten Händen wärst.

Egal ob du nun mit A-Cup, C-Cup oder Double H’s in den Tag startest: Du bist toll und du weisst das. Happy Wednesday, Bella!

Das Breast Atelier Zürich (Klausstrasse 10, 8008 Zürich) bietet ästhetische Brustoperationen zum Pauschalpreis von 9’800 Franken an – und zwar sowohl Verkleinerungen, Vergrösserungen sowie Bruststraffungen. Nähere Infos unter www.breast-atelier.ch

Q&A Dr. Nicholas Waughloch, Breast Atelier Zürich

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5 KOMMENTARE

  1. Sehr schön gemachter Artikel liebe Steffi – allerdings möchte ich dazu etwas anmerken. Zwei Punkte: Dr. Waughlock hat keinen FMH-Titel für Plastische, wiederherstellende und ästhetische Chirurgie, sondern einen schwedischen, der in der CH anerkannt ist. Er ist Mitglied der FMH. In der CH heisst der Titel korrekt FMH Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie.
    Betr. der Richtlinien für Kostenübernahme für eine Brustreduktion gibt es ein Bundesgerichtsurteil:
    Dabei ist diese nur dann als Pflichtleistung, wenn sechs Punkte erfüllt werden

    • Die grossen Brüste verursachen körperliche oder psychische Beschwerden mit Krankheitswert.
    • Das Ziel der Operation ist die Behebung dieser krankhaften Begleitumstände.
    • Zwischen den Beschwerden und der ¬grossen Brust besteht ein Kausalzusammenhang.
    • Es müssen mindestens 500 Gramm Gewebe pro Seite entfernt werden.
    • Die Patientin ist nicht übergewichtig.
    • Konservative Massnahmen sind wirkungslos geblieben.

    Liebe Grüsse
    Elisabeth Giovanoli

    • Hi Elisabeth! Danke für die Erläuterungen… und vor allem über die Kostenübernahme: Dr. Waughlock hatte mir dieses erklärt, aber ich habe das lange Interview etwas straffen müssen (höhö, get it?) und diese Infos quasi auf ein Beratungsgespräch «auslagern» müssen. Thanks for clarifying und liebe Grüsse!

  2. Liebe Steffi,

    vielen Dank für diesen sehr aufschlussreichen, interessanten und ausführlichen Artikel!
    Ich finde es vor allem sehr, sehr interessant, dass es eher die Form und nicht die Größe ist, die die meisten Menschen stört. In meinem Freundeskreis gibt es zwar auch die eine oder andere „ungleiche“ Brust, aber der generelle Tenor scheint doch eher die Größe zu sein.
    Insofern sehr spannend diesen Kontrast zu sehen!
    Ansonsten finde ich es höchst aufschlussreich, all diese Fragen und Antworten von einem Profi zu bekommen. Ich denke das gewährt einen sehr wichtigen Einblick in das Ganze. Gerne hätte das Interview auch noch länger sein können, ich hätte damit gar kein Problem gehabt!

    Viele Grüße,

    Amy

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