Ja, ich weiss. Das Thema ist echt blöd. Ich meine, wir wollen eigentlich jetzt unter der Spätfrühlings-Sonne frohlocken und uns in jedem Spiegelbild an unserem strahlenden Teint erfreuen, nicht wahr? Sorry, aber manchmal macht einem das Leben einen Strich durch die Rechnung. Und damit meine ich, dass sensibilisierte Haut immer im dümmsten Moment auftritt. Aber erst mal…
WAS VERSTEHT MAN UNTER ‚SENSIBILISIERTE HAUT‘?
Sensibilisierte Haut ist in einem vorübergehendem Ausnahmezustand. Und das ist nicht dasselbe wie empfindliche Haut. Eine sensibilisierte Haut steckt gerade in der Krise – und das meist ausgelöst durch äussere Einflüsse. Dazu können Stress und Krankheiten gehören, aber auch konkrete Störungen der Hautschutzbarriere, die durchaus auch von Gesichtspflegeprodukten ausgelöst werden können.
Diese ist dafür da, sowohl den hauteigenen Feuchtigkeitsverlust zu verhindern (also, dass Wasser von innen durch die Haut ‚verdampft‘), wie auch das Eindringen von Keimen oder Umweltschmutz zu verhindern. Unsere individuelle Kombo aus hauteigenen Lipiden und ‚guten‘ Bakterien macht meist einen super Job, bis wir ihn dabei zu sehr stören.
Und diese Störung zeigt sich mit Reaktionen: Meist sind es (recht plötzlich auftretende) Rötungen, kleine Ausschläge, Spannungsgefühle, Juckreiz oder auch Pickel. Und ja, dieses plötzliche Auftreten löst noch zusätzlichen Stress aus, denn: keine(r) von uns freut sich, wenn die Haut plötzlich ausflippt!
WIE ERKENNE ICH DEN UNTERSCHIED ZWISCHEN SENSIBILISIERTER HAUT UND EINER PERIORALEN DERMATITIS?
Die allergische Kontaktdermatitis (POD), auch als Stewardessenkrankheit oder Mundrose genannt, ist eine allergische Reaktion, die in den allermeisten Fällen auf übermässige Pflege zurückgeführt werden kann.
Diese sehr unangenehme Hautreaktion beginnt meist mit kleinen Rötungen um den Mund – oftmals auch unter der Nase. Die geröteten Hautstellen werden dann im Laufe der Zeit immer grösser, und manchmal fangen dann auch die Augenlider an, zu reagieren (das nennt man dann eine periokuläre Dermatitis). Wichtig ist aber, dass die periorale Dermatitis fast immer mit kleinen Pusteln und Schuppen daherkommt, die an den gereizten Hautstellen entstehen und sehr unangenehm jucken oder brennen können.
Und jetzt wird es ganz ernst, Pretties: Wer nicht sicher ist, ob es sich nur um eine Sensibilisierung der Haut handelt, oder um die (deutlich extremere) Mundrose handelt, sollte sich die Diagnose von einem Dermatologen oder einer Dermatologin machen lassen.
Die Behandlungsempfehlung von Hautärzt*innen ist fast immer, sofort auf sämtliche Pflegeprodukte zu verzichten, eine sogenannte Nulltherapie. Da ich weder Kosmetikerin noch Dermatologin bin, möchte ich mich nicht aus dem Fenster lehnen mit medizinschen Diagnosen, kann aber aus einem reichen Erfahrungsschatz im Freundeskreis bestätigen, dass die Stewardessenkrankeit meist recht schnell und fühlbar eskaliert.
Ist deine Haut «bloss» etwas launisch, leicht gerötet und/oder spannt, ist es gut möglich, dass sie nur sensiblisiert ist. Und die gute Nachricht ist, dass sich das Schiff meist mit entsprechenden Pflegeprodukten meist recht schnell wieder umreissen lässt, damit gar nicht erst eine periorale Dermatitis entsteht.
Die gute Nachricht ist, dass sich die Haut rund alle 28 Tage erneuert. So dauert es meist nur etwa einen Monat, bis eine Besserung eintritt!

WAS SENSIBILISIERTER HAUT GUT TUT:
Die nächsten vier Wochen zählen… und jetzt ist die Zeit gekommen, um aktive Wirkstoffe aus der Pflegeroutine zu verbannen! Sowohl Vitamin C und Retinol/Retinoide sind tolle Wirkstoffe – aber sie sind auch dafür bekannt, dass sie die Haut reizen können. Bei einer angegriffenen Hautschutzbarriere sind aber auch intensive Reinigungsprodukte, Fruchtsäuren (AHA/BHAs) und andere chemischen Peelings, wie auch physikalische Peelings keine gute Idee, da sie die Haut noch durchlässiger (und anfälliger) machen. Ebenfalls zu meiden sind Produkte mit hohem Alkoholgehalt oder intensivem Duft.
Was wir jetzt also wollen, ist eine vereinfachte Pflegeroutine: Reinigung, Feuchtigkeit und Sonnenschutz sind ein ideales Trio. Produkte mit nährenden, reparierende Wirkstoffen und guten Lipiden (Fetten) helfen der Haut ,sich selbst wieder ins Lot zu bringen.
Einige tolle Wirkstoffe, die die Hautbarriere stärken, sind Pflanzenöle, Ceramide, Panthenol und Urea. Auch Hyaluronsäure und Niacinamide können helfen… aber es gibt auch Leute, die diese nicht so super vertragen.
Und weil wir Hey Pretty sind, habe ich dir auch gleich ein Rudel neuer – oder gut bewährter – SOS-Helferchen zusammengetragen, die Teil deines Hautstabilisierungsprogramms werden könnten.
PRODUKTE, DIE BEI SENSIBILISIERTER HAUT HELFEN KÖNNEN:
Cerave ausgleichender Reinigungsschaum (150ml), ca. 18 Franken

Zugegeben, Cremereinigungen sind in der Regel noch milder und verträglicher als Schaumreiniger, aber ich persönlich mag einfach das fettige Gefühl nicht. Ein Hoch auf diesen sehr milden Reinigungschaum von Gen-Z-Fave Cerave, der zwar für normale bis fettige Haut formuliert ist, aber sanft genug ist (und rückfettende Ceramide und Allantoin enthält), um dein Gesicht zu reinigen, ohne die Haut auszutrocknen.
Aveeno Calm & Resore Gesichtsreiniger (200ml), ca. 18 Franken

Kolloidaler Hafer ist ein absoluter Top-Wirkstoff bei Ekzemen und ultra-sensiblisierter Haut, und bildet auch die Basis dieser sanften Gel-Reinigung von Aveeno, die sich weich und wohltuend, und trotzdem recht frisch anfühlt auf der Haut.
Kiehl’s Ultra Facial Meltdown Meltdown Recovery Cream (50ml), 51 Franken

Wenn sogar Kiehl’s eine eigene SOS-Lösung für aufgebrachte Haut anbietet, dann weisst du, dass das Problem weit verbreitet ist! Die neu lancierte «Ultra Facial Meltdown Recovery Cream» könnte wohl kaum dramatischer verpackt sein, aber diese unparfümierte Rettungscreme soll (ebenfalls) mit kolloidalem Hafermehl, Bisabolol und einer Reihe von pflanzlichen und Provitamin B5 aufgebrachte Haut schnell beruhigen… und wird auch als Post-Laser-Creme empfohlen!
Biologique Recherche Serum Biosensible (30ml), 190 Franken*

Ich weiss, das Preisschild ist imposant, aber dieses Serum hat MEINE Haut in den letzten zwei Monaten wirklich sicht- und fühlbar wieder beruhigt! Kennengelernt habe ich dieses superleichte Serum bei einem Facial mit Biologique Recherche-Produkten, und möchte es nicht mehr missen: Der Cocktail aus 11 hautberuhigenden Wirkstoffen lindert Rötungen wirklich schnell, und kann auch als 1-Monats-Kur angwendet werden.
The Ordinary Soothing & Barrier Support Serum (30ml), ca. 25 Franken

Auch dieses Serum befindet sich in meiner persönlichen «Rötungs-Rotation»: Schon fast eher eine flüssige Creme als ein Serum, schenkt diese schicke pinke Flüssigkeit eigentlich genau das Gegenteil! Rötungen werden dank Inhaltsstoffen wie Centella asiatica, Ceramiden, Niacinamid, Vitamin B12 und Ingwerwurzelextrakt effizient gelindert. Und es fühlt sich wirklich schön kühlend an auf der Haut!
U BEAUTY The Barrier Bioactive Mist (100ml), 81.40 Franken*

Dieser neu lancierte Feuchtigkeitsspray vereint Schutz, Feuchtigkeit und Prävention in Einem: Als Layering Spray oder Make-up Setter, liefert der leichte Spray Hyaluronsäure, Ectoin und einen patentierte Microactive Complex (yep, wieder ‚gute‘ Bakterien!), der der Haut sichtbar guttun, und vor weiteren Stress-Einflüssen aus der Umwelt schützen soll.
Transparent Lab Barrier Restoring Hydrating Cream (50ml), 14.90 Franken

Ich bin schon länger Fan dieser leichten, aber mega wohltuenden Feuchtigkeitspflege der spanischen Drugstore-Marke Transparent Lab, die zum Hammerpreis idealen Komfort schenkt, ohne sich schwer anzufühlen. Antioxidantien aus den Vitaminen A, C und E treffen auf pflanzliche Ceramide, Tigergras-Extrakt und ordentlich Hyaluronsäure. Einfach gut!
Dr. Emi Arpa Skin Hydra Hero Milky Drops (30ml), 65 Franken

Dieses neue Serum von Fan-Fave Dr. Emi Arpa schenkt trockener, empfindlicher Haut ein sofort beruhigtes Gefühl. Das milchige Serum enthält Hyaluronsäure, Polyglutaminsäure und Beta-Glucan, sowie 5% Panthenol und ein Kefir-Ferment, das das Hautmikrobiom weiter unterstützt.
Murad Heartleaf Calming Cream Moisturizer (50ml), 61.50 Franken

Murad ist auch eine dieser schändlich-unterschätzten Pflegemarken, die ich immer wieder extrem mag! Diese intensiv beruhigende Creme wurde für atopische Haut formuliert und hilft ihr, sich zu stabilisieren. Ceramide stärken die Abwehr gegen Entzündungsauslöser, Mikroalgen beruhigen empfindliche Haut und ein fermentierter Herzblatt-Extrakt spendet zusätzliche Feuchtigkeit und Antioxidantien in einer ultra-verträglichen Formulierung.
WAS DU BEI SENSIBILISIERTER HAUT AUCH NOCH TUN KANNST:
Ein paar gute Tipps zum Schluss? Sensibiliserte Haut mag keine physikalischen Reize, also achte dich darauf, dein Gesicht nach dem Waschen nicht grob trockenzurubbeln, sondern sanft abzutupfen.
Deine Ernährung kann ebenfalls dazu beitragen, dass sich deine aufgebrachte Haut schneller erholt: Hier sind es erneut die ‚guten‘ Fette, etwa aus Avocado, fettem Fisch oder Nüssen, die von innen wirken können. Auch Mikronährstoffe und Vitamine sind wichtig – so können z.B. Eisen, Kupfer oder auch Zink-Supplements zu einer guten Hautgesundheit beitragen – und viel Wasser trinken versteht sich (fast) von selbst.
Auch Rotlicht hat eine erwiesene positive Wirkung auf sensible Haut (meine CurrentBody LED-Maske wird ebenfalls empfohlen!), da insbesondere Infrarot und Tiefeninfrarot die Kollagenbildung ankurbeln und in Tests auch Rötungen lindern.

und wenn deine Haut erst mal stabil ist, kann sie auch von einem Microneedling-Kur profitieren. Hört sich erst widersprüchlich an, macht aber total Sinn, da die Behandlung die hauteigenen Reparaturprozesse ankurbelt… lies‘ hier mein Erfahrungsbericht dazu!
So, jetzt bist du schon mal gewappnet mit ein paar Infos und Ideen, wie du deine sensibilisierte Haut wieder ins Lot bringen kannst. Und ebä… falls keine Besserung eintritt, unbedingt ab in die Praxis deiner liebsten Dermatologin!
Happy Wedesday (and happy skin!), Bella…

