Es kann gut sein, dass ich den besten Job der Welt habe. Denn ich darf HIER – und an einigen anderen Orten – ausgiebig über Beauty schreiben und (fast) alles testen, was schön machen soll. Und dazu darf ich mir tolle Geschichten ausdenken, die den Hosenknopf an meinen Jeans zum Platzen bringen. Diesen Frühling durfte ich nach London fliegen, um während fünf Tagen einen «Tea Time Masterclass» zu besuchen.

Die Geschichte dazu ist jetzt endlich erschienen, und zwar in der aktuellen September-Ausgabe des Kochmagazins «Saisonküche» – und so darf ich dir auch hier (endlich) Background-Infos und Schwärmereien abgeben zu den wohl grossartigsten Arbeitsferien, die ich je machen durfte!

Was man da tut? Alles über das Ritual der Britischen «Tea Time» lernen. Von der Geschichte über Tee-Degustieren bis hin zu (jetzt chunnts)… DREI VERSCHIEDENEN BACKKURSEN bei Caroline Hope dihei, in denen man von Victoria Sponge Cake über Macarons bis hin zu Scones und Scottish Shortbread so ziemlich alles selber bäckt, was unglaublich gut schmeckt zu Schwarztee.

Scones

Ganz ehrlich: Bei Caroline gab es jeden Tag, also von Montag bis Freitag, drei bis vier Stunden Unterricht oder Backkurs… und den Rest der Zeit habe ich mit ganz verschiedenen megawichtigen Tätigkeiten verbracht. Nämlich: Shopping, mich mit meinem Londoner BFF Gabriel zum Dinner treffen, mehr Shopping und ein netter Spa-Besuch bei Liz Earle in Chelsea für ein richtig grossartiges und mega-entspannendes Facial.

Aber jetzt willsch au öppis gsee, oder?

Hier ein paar Highlights aus meinem «Five Module Afternoon Tea Course», den die megasympathische Caroline Hope für £450 anbietet auf ihrer Page www.teaandscones.co.uk:

Day One: Die Kulturgeschichte des Teetrinkens

In der Wallace Collection, einem total schönen Museum nur etwa 100 Meter von Selfridges (!) entfernt, habe ich mich mit den anderen Kursteilnehmerinnen erstmals getroffen – und gleich unglaublich viel erfahren über Tea Time in England. Richtig amüsant, total informativ und die erste von ETLICHEN Etagèren mit Scones, Finger Sandwiches und Mini-Eclairs!

Collage1_Wallace_Underground

An Day Two ging es zu Caroline nach Hause (inzwischen bäckt sie bei einem Freund, der eine dreimal so grosse Küche hat, uiuiui), um in die Kunst des klassischen britischen Tea Time-Kuchens, dem Victoria Sponge Cake eingeführt zu werden. Ich kann nicht backen, ABER ES GELANG. UND ZWAR SO RICHTIG SUPER.

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Die Rezepte dazu gibt’s übrigens alle und vollumfänglich im Artikel in der Saisonküche… und hier zuunterst extra special just for you mein Lieblingsrezept! Aber zurück zum Fünftages-Teekurs, bei dem ich sogar zweimal früh morgens im Hyde Park joggen ging (weil ich sonst fünf Kilo zugenommen hätte, anstatt nur einen OKAY ZWEI. Motherfucking Scones!

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Gell, ich sehe verschreckt aus? Das liegt nicht am Hyde Park, der war ganz sicher. Und es hat – very typisch – drei von fünf Tagen geregnet… aber trotzdem: OXFORD STREET? IMMER GUET.

Collage5_TeaTasting

 Day Three ging’s zum Tea Tasting bei David Higgins an der Duke Street (ebenfalls uu nahe der Oxford Street). Dieser Mann weiss wirklich ALLES in Sachen Tee – und ich war nach einer dreistündigen Degustation von fast 30 Sorten schon fast echli e Fachperson!

Day Four? BACKEN, BABY! Zwar hatten wir heute die Macarons draa, die extrem launisch und total arbeitsintensiv sind und sich gar nicht so angesehen haben auf den Bildern… drum hier unsere Scones, die BRUTAL FEIN WURDEN.

Collage4_Scones

Und weil ich für die Geschichte auch viele tolle Orte suchen musste, wo man Afternoon Tea geniessen kann in London (im Artikel gibt’s eine ganze Adressliste!), habe ich am Nachmittag das Café des Victoria & Albert Museum aufgesucht. Wo es für unglaubliche £5 einen super feinen «Cream Tea» gibt (das ist Tee mit Scones und Clotted Cream, eine Art eingedickter Rahm) – und das in ganz tollem Ambiente, lueg mal:

Collage6_Vic_Sconesparty

Und nomal einen V&A (Londoner nennen das Museum nur Vee and Ay)-Geheimtipp: DER GIFT SHOP! Und zum Schluss des Fünf-Tages-Kurses in Sachen Tea Time haben wir an Day Five mit Caroline Hope noch einmal alles gelernt, was die perfekte Gastgeberin wissen muss… und dann für die Saisonküche noch die schönen Food-Bilder geshootet. Sieht doch super aus, oder? ALLE UNSERE KREATIONEN AUF EINEM TISCH!

Collage7_Squirrell

Das Beste am Shooting? Ganz klar das freche Eichhörnchen, das offenbar nicht fassen konnte, was da für Leckereien genau vor seinem Gesicht herumlagen. Wir haben ihn natürlich nicht gefüttert, aber sehr gelacht!

All in All war es eine ganz tolle Woche in London – und eine ganz neue Art für mich, die Stadt vertieft zu entdecken. Ich kann Caroline Hope’s Kurse wirklich extrem empfehlen: Man kann sie natürlich auch einzeln buchen und nur mal zum Scones backen oder zum Tea Tasting vorbeischauen. Als Backlehrerin ist sie so lustig und geduldig und ermutigt einen total, es Zuhause auch auszuprobieren. Ich koche zwar unglaublich gerne, hatte aber immer so Respekt vor dem Backen. ENTER CAROLINE!

Zum Schluss teile ich mit dir noch das lange, ausführliche Scones-Rezept, wie wir es bei Mrs. Hope gelernt haben. Eine vereinfachte Version davon findest du wi xeit in der aktuellen Saisonküche (HOL’S DIR DOCH ENDLICH)… Und ich gehe jetzt nomal eine Runde joggen. Oder dreizehn.

REZEPT: Traditional Scones und Varianten by Caroline Hope

Das Englische Original-Rezept findest du hier auf Caroline’s Homepage – als PDF zum Downloaden. Und weil ich dich liebe, habe ich dieses Rezept hier während dem Kurs notiert und hier ebenfalls als PDF parat gmacht. Einfach Downloaden und Ausdrucken!

Zutaten:

  • 200g Weissmehl (möglichst gute Qualität)
  • 50g kalte Butter, in Würfel geschnitten
  • 150 ml Vollmilch, zimmertemperatur
  • 1 EL Zucker
  • 4 TL Backpulver
  • 1/2 TL Salz
  • 1 TL Zitronensaft oder Apfelessig

Zubereitung:

  • Backofen auf 210 Grad vorheizen.
  • Den Zitronensaft oder Essig zur Milch geben und zur Seite stellen (Scones lieben saure Milch – falls Sie welche im Kühlschrank haben, unbedingt damit backen anstatt wegzuwerfen!).
  • Mehl, Backpulver und Zucker zusammen sieben und in eine grosse Schüssel geben.
  • Die gewürfelte Butter zum Mehl geben und die Butter mit den Fingerspitzen ins Mehl reiben, bis keine Butterstücke mehr fühlbar sind. Der Teig wird sehr bröselig aussehen.
  • Eine kleine Einbuchtung in der Brösemischung machen und die (inzwischen leicht klumpig gewordene) Milch hineingiessen.
  • Den Teig mit sanften Schneide- und Faltbewegungen leicht vermischen, bis er sich zu einem lockeren Ball formt. Falls der Teig stellenweise klebrig ist, etwas Mehl beigeben. Der Teig darf ruhig ein bisschen „handgemacht“ aussehen – also nicht zu lange mischen!
  • Die weiche Teigkugel auf eine gemehlte Oberfläche geben und ca. 3 cm dick flach drücken. Entweder mit einem kleinen Wasserglas runde Brötchen ausstechen oder den Teig halbieren und zwei runde Kuchen damit formen. Diese aufs Backblech geben und mit einem Teigschaber Kreuze hineindrücken, um 4 dreieckige Stücke anzudeuten (nach dem Backen einfach an diesen Linien auseinanderbrechen).
  • Scones auf ein mit Backpapier ausgelegtes und leicht mit Mehl bestäubtes Backblech geben und in die Mitte des heissen Ofens geben.
  • 9 bis 10 Minuten backen, bis die Scones aufgegangen sind und leicht angebräunt sind. Auch prüfen, ob der Boden leicht gebräunt ist.
  • Auskühlen lassen und mit Erdbeerkonfitüre, Butter und/oder Clotted Cream* servieren.

Tipp: Scones lassen sich wunderbar tiefkühlen! Unmittelbar nach dem Auskühlen einfrieren und nach dem Auftauen für 5 Minuten bei 150 Grad aufwärmen.

Scones-Varianten (bei allen Varianten diese Zutaten im «Brösel-Stadium» zum Teig geben, kurz bevor die Milch beigegeben wird), von Caroline Hope wärmstens empfohlen:

Banane- und Baumnuss-Scones: 1-2 gehackte, vollreife Bananen und 50g gehackte Baumnüsse zum Teig geben, bevor die Milch beigegeben wird.

Orangen-Sultaninen-Scones: Die geriebene Schale einer Bio-Orange und 2 EL Rosinen oder Sultaninen zum Teig geben.

Käse-Kräuter-Scones: 100g Cheddar-Käse mit 2 TL getrockneter Petersilie zum Teig geben (vor der Milch)

Rosmarin-Vollkorn-Scones: Weissmehl durch Vollkornmehl ersetzen, 2 TL gehackte Petersilie und evtl. etwas Knoblauchpulver beigeben (vor der Milch).

Update: Aktuell gibt es noch Plätze in Caroline Hope’s 5-Tages-Kurs vom 18. bis 22. November 2013, sowie einen verdichteten 3-Tages-Kurs vom Samstag bis Montag, 23. bis 25. November 2013. Meh Infos da… and HURRY!

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1 KOMMENTAR

  1. Hallo Steffi und alle Teeliebhaberinnen in der Schweiz

    Danke für den Bericht, tönt sehr spannend!

    In der Schweiz gibt Tamara Hänggli, die Autorin der Bücher „Afternoon tea“ (FONA Verlag) und „Let`s bake!“ (WERD Verlag), Afternoon tea Kurse seit 2007 auf Deutsch: in „Jelmoli“ in Zürich, in der Betty Bossi Kochschule, in Globus Zürich, in „Les Gourmandises de Miyuko“ in Zürich etc.

    Auch mit Geschichte und Scones etc. backen, aber viel günstiger.

    Liebe Grüsse,
    Oriane

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