It’s a weird new world, oder? Hier in Zürich – zehn Wochen nach dem «Stay at Home»-Aufruf des Bundes – kehrt in kleinen Schritten etwas Normalität ein, wie bei dir wohl auch. Auch während wir auf die neusten Zahlen der Regierung warten und hoffen, dass eine zweite Welle von COVID-19-Ansteckungen ausbleiben wird, ist uns glaubs allen klar, dass wir wahrscheinlich noch Monatelang mit Social Distancing und strengen Hygieneregeln leben werden.

Und nichts macht diese «neue Weltordnung» klarer als die Gesichtsmaske.

Hier in der Stadt Zürich sieht man ehrlich gesagt nicht wirklich viele Menschen, die im ÖV Gesichtsmasken tragen: Ich bin täglich im Tram unterwegs und würde schätzen, dass höchstens 10 bis 20% der Leute, die ich sehe, mit Maske einsteigen.

Und auch ich frage mich ständig: Soll ich eine tragen?

I’m not gonna lie. Ich fühle mich echt echli blöd darin, habe aber beschlossen, vorläufig immer eine Einweg-Maske zu tragen, wenn ich den öffentlichen Verkehr benütze. Und dann ist bereits das nächste Problem dazugekommen, denn:

..

Mir ist Make-Up so wichtig, dass ich mich in den letzten Tagen und Wochen bereits mehrfach gegen das Tragen einer Gesichtsmaske in der ÖV entschieden habe, weil ich roten Lippenstift tragen wollte.

DAS IST DOCH DOOF! Es müsste doch Long Wear-Lippenstifte geben, die das Berühren von Stoff oder Vlies aushalten!

Oder gibt das bloss ein Geschmier?

Wetzt man die Farbe nicht beim Reden unter der Gesichtsmaske ab und sieht aus wie der Joker, wenn man sie dann abzieht?

WICHTIGE FRAGEN.

Darum habe ich mich auch zum grossen Selbsttest aufgemacht mit insgesamt sieben Lippenstiften, die ich auf ihre «Maskenkompatibilität» prüfen wollte.

Die Bedingungen für meinen Testlauf waren wie folgt: Ich habe alle Lippenstifte auf trockenen Lippen aufgetragen, einmal mit einem Kosmetiktuch abgetupft und dann eine Minute gewartet, bis ich mir die Wegwerf-Gesichtsmaske anzog.

Alle getesteten Lippenstift habe ich dann je mindestens 45 Minuten, maximal 2 Stunden unter der Maske getragen, inklusive zum Teil ausgiebigen Redeeinlagen darunter.

Und das sind die drei Long Wear-Lippenstifte, die ohne zu schmieren standgehalten haben:

L’Oréal Paris Rouge Signature in I am Worth It, 17.90 Franken (in 12 Nuancen erhältlich)

Beim Auftragen bin ich entzückt: Ich habe völlig vergessen, wie super-leichte dieser Liquid Lipstick ist!

Man braucht e bitz eine sichere Hand beim «Malen» mit dem Sponge-Applikator, aber dafür lässt sich der Rouge Signature wirklich schnell auftragen – und trocknet im Nu.

Nach fast 2 Stunden Maske tragen…

Von allen sieben getesteten Lippenstiften und Liquid Lipsticks hat dieser das leichteste «ich-vergesse-dass-ich-Lippenstift-trage»-Gefühl, auch nach Stunden. Die Farbabgabe in die Maske war damit minimal, aber trotzdem sichtbar. An den Lippen hingegen sah alles noch prima aus, mit nur minim verwischten Konturen, die man aber nach dem Abnehmen der Maske nicht korrigieren musste.

Smashbox Always On Matte Lipstick in Thrill Seeker (in 44* Nuancen erhältlich), 34 Franken

Der «Always On Lipstick» ist ein Favorit von meinem Bloggergschpäändli Vanessa Bratschi – und auch andere Profis schwören auf die fast-nicht-verwischbare Haltbarkeit dieses Liquid Lipsticks.

Da ich ihn nicht zuhause hatte, habe ich den Tigerprinzen in die Stadt geschickt, wo er bei Marionnaud an der Bahnhofstrasse offenbar gleich mehrere Verkäuferinnen beeindruckte mit seiner profimässig hingeschmetterten «Bestellung», höhö.

…hier nach 2 Stunden Maske tragen mit vieeeel reden!

Das Finish ist von allen fünf Lippenstiften klar das Matteste. Ich finde, das kommt in einer solchen Signalfarbe wie dem leuchtendroten Thrill Seeker gut, aber es kann auch ein bisschen trocken aussehen – auch wenn es sich überhaupt nicht so anfühlt an den Lippen.

Nicht erstaunlich, dass dieser Lippenstift auch am wenigsten in der Maske zu sehen war nach zwei Stunden, oder? I’m impressed… auch wenn mir das Finish nicht zu 100% zusagt.

Covergirl Exhibitionist 24hr Ultra Matte Lipstick in Thrill Seeker* (in 8 Farben erhätlich), je 12.50 Franken

Oh, wie ich diesen Lippenstift direkt beim Auftragen total unterschätzt habe!

Der Covergirl Exhibitionist 24 hr Matte Lipstick sieht wie ein Gloss aus zum Auftragen, mit einer abgeschrägten, flachen Applikator-Spitze… und als ich ihn mir als letzten im Testlauf-Tag gegönnt habe, dachte ich sofort: «Vergiss‘ es. Der ist viel zu cremig für einen Long Wear-Lipstick».

Craaaazy: 90 Minuten Maske getragen, dabei geredet und dazwischen ZMITTAG GÄSSE. Und P.S: *Ich hab‘ dreimal nachgeschaut: Der Covergirl-Longwear-Lippenstift heisst würkli auch «Thrill Seeker»!

SURPRISE! So einfach und «flutschig» dieser Lippenstift zum Auftragen ist, so bombenfest trocknet er zu einem angenehmen Finish, das uuuuhuere lang hält: Selbst am nächsten Tag ist das beerige Rot noch zu sehen an meinen Lippen.

Der 24h Ultra Matte hat auch wirklich nicht geschmiert unter der Gesichtsmaske und ist darum, direkt nach dem Smashbox Lipstick, mein zweiter Liebling für Hygienemasken-tragende Babes. Und das zu einem super Preis!

DAS HEY PRETTY FAZIT:

Es braucht schon e bitz Mut, knallrote Lippen zu tragen und dann eine Gesichtsmaske zu montieren! Ich war mir ständig bewusst, wenn ich geredet habe, wenn das Material meine Lippen berührt hat… und gerade, wenn ich viel geredet habe, hat es bei anderen mitgetesteten Lippenstiften* nicht nur viel Abrieb gegeben, sondern es sind auch wirklich die Konturen verwischt.

Alles in allem ist es in Sachen Haltbarkeit für mich ein Unentschieden zwischen Smashbox und Covergirl.

Das etwas trockene Finish von Smashbox wird durch die krasse Haltbarkeit wett gemacht – und bei Covergirl begeistert mich der tiefe Preis und das cremige Auftragen und das leichte Tragegefühl.

Was ich aber abschliessend definitiv sagen kann? Wer gerne roten Lippenstift trägt, wird auch eine längere Reise im ÖV mit dem richtigen Produkt gut überstehen.

Wichtig zu wissen, ist aber schon, dass je mehr du redest unter der Maske, desto grösser ist die Chance, dass klare Konturen verwischen… und das ist gerade bei knallroten Lippen total wichtig.

Nun hast du eine Sorge weniger, wenn du in die ÖV steigst: Am Lippenstift soll es definitiv nicht liegen, dass du ohne Maske fährst.*

Happy Wednesday und ein Hoch auf rote Lippen, auch in Krisenzeiten!

*Ich will hier übrigens keine Diskussion entfachen, dass es keine Masken-Tragepflicht gibt. Ob du unterwegs eine Gesichtsmaske trägst, ist zu 100% deine freie Entscheidung.

4 KOMMENTARE

  1. Huhu sehr liebe Steffi 🙂 Dein Blog heute sehr interessant und wird die Lippenstift-Brands freuen. Sind deren Aktien doch im Sinkflug. (Viele im Homeoffice gönnen sich eine make-up-freie Zeit…)

    Steffi, redest du denn (der Kontur zuliebe) unter der Maske tatsächlich weniger als sonst? 😉
    Hey du Liebe – ich wünsche dir einen schönen Tag, fühl dich umarmt 🙂

    PS: Tigerprinz bei Marionnaud :-):-):-)

  2. Super, Danke. Ich habe einfach auf Lippenstift verzichtet. Ich habe etwa alle zwei Tage eine Videokonsultation, und sonst trage ich immer Maske. Da lohnt sich der Lippie nicht.

    In Japan gibt’s übrigens Lippenstift-schonende Masken, die mit einem Draht die Maske von den Lippen fernhalten. Das wäre doch eine Marktlücke… 🙂

  3. @Claudia Ich würde gerne sagen, dass ich unter der Maske weniger rede, ABER ICH WÜRDE LÜGEN. Immerhin bin ich in der ÖV, wo ich sie trage, fast immer allein:-) Danke für den Umärmel und ja, der Tigerprinz ist im Fall immer noch stolz, hihihi…

  4. @Maja Jaaa, das haben wohl die meisten von uns: Hätte ich den ganzen Tag eine Maske auf, wäre es auch wirklich nicht nötig, rote Lippen zu haben. Aber du weisst genau, dass ich jetzt googeln gehe mit den japanischen Save-your-Lipstick-Masks, hihi! Schöne Tag!

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