Ich bin verliebt. Ich gebe es offen zu. Zwar passiert mir das selten, dass ich mich gleich in ein Ehepaar vergucke (das wäre eine Super Romanvorlage für eine ganze Bestsellerreihe in der «50 Shades»-Tradition, oder?) wenn es sich dabei nicht um ein Ehepaar handeln würde, das

a.) nur Augen für einander hat und

b.) die Nasen mitten in einem erfolgreichen Parfum-Business haben und diese auch dort behalten!

Clara und John Molloy sind die Gründer von MEMO Paris. 2005 haben sich die beiden auf einem Sessellift («zwischen Himmel und Erde») kennengelernt und zwei Jahre später zusammen MEMO gegründet, als Ergebnis ihrer gemeinsamen Abenteuer. Ihre Kollektion von Gerüchen aus aller Welt umfasst heute elf Düfte. Sie haben aber auch eine Erfolgsgeschichte aus Fleisch und Blut geschaffen und leben mit ihren beiden kleinen Kindern heute in Genf.

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Aber für einen Tag kam das unglaublich sympathische Multikulti-Pärchen (James ist aus Irland, Clara aus Andalusien) nach Zürich, um in der Parfümerie Oswald ihren neusten Duft «Irish Leather» vorzustellen.

MEMO ist keine Marke für Mainstream-Liebhaber. Dafür um so mehr ein Highlight für Menschen, die ein Parfum möchten, das eine Geschichte erzählt.

«Irish Leather» ist der erste Duft einer neuen Linie CUIRS NOMADES, die auf der MEMO-Heritage des Reisens aufbaut und bald auch weitere Kreationen erhalten wird. Wichtig bei MEMO ist, dass James fürs Marketing und den Business-Teil verantwortlich ist, während Ehefrau Clara mit einer anderen Frau «fremdgeht»: Jeder MEMO-Duft wird von Clara zusammen mit Star-Parfumeurin Aliénor Massenet (die ihrerseits hinter Erfolgsdüften wie «Only the Brave» von Diesel, «Trésor in Love» von Lancôme oder «Intuition» von Estée Lauder steht) entworfen und entwickelt. Eine ganz spezielle Konstellation, die in Nichenduft-Geschäft richtig erfolgreich funktioniert.

Womit wir wieder beim seltsamen Dreier angelangt wären.

Doch dem machte ich schnell den Garaus, denn bei meinem Treffen mit Clara schien sie mir bisschen müde. Kein Wunder, nach einigen Stunden Interviews mit Beautyjournalisten aus der ganzen Schweiz. So habe ich James nach kurzer Schäkerei aus dem Pausenraum spediert («have a coffee, take a break!»), was beide unheimlich lustig fanden. Oder sie waren leicht empört, könnte auch sein. Doch Clara gab mir bereitwillig Auskunft zu ihrer Marke, zum neuen Duft und zu ihren grössten Inspirationen.

Enjoy!

Memo_ClaraMolloy
Sie ist wirklich so schön, im Fall: Clara Molloy von MEMO Paris. Und schaurig nett noch dazu.
Wahrscheinlich furzt auch sie nachts heimlich, falls das ein Trost ist.

Hey Pretty: Ich lese die Pressemitteilung gerne nachher. Aber wie würdest du mir jetzt – als Fremde – den neuen Duft «Irish Leather» beschreiben?

Clara Molloy: Hmm… «Irish Leather» ist ein grüner, moschuslastiger Lederduft mit Akkorden aus Wachholderbeere, grünem Maté, rosa Pfeffer und einem bisschen Zitrone obendrauf. Es ist eine neue Art, Leder zu interpretieren: Vertikaler, moderner, frischer. Alle diese Zutaten geben dir jetzt aber bloss Hinweise, wie das Parfum riecht. Und die hohe Qualität der einzelnen Ingredienzen sind uns wichtig, jeder Duftstoff könnte schon fast selbst ein Parfum sein.

HP: Wie sieht die Person aus, die «Irish Leather» trägt?

Clara Molloy: Das frage ich mich ständig – und bin immer wieder überrascht, dass die Antwort anders ausfällt. Für mich ist es tatsächlich entweder ein Mann oder auch eine Frau. Ich weiss nicht… ich sehe da Haut vor mir, kein Mensch! Noch eher sehe ich die Landschaft, die dahinter steht. Ich fühle das Gras und den Himmel und den Wind auf eine ganz bestimmte Art. Und hoffe, dass da unsere Kunden auch mittendrin sind, wenn sie es riechen.

HP: Bis jetzt ist jeder der elf MEMO-Düfte zusammen mit Parfumeurin Alénor Massenet entstanden. Wie ist dein Verhältnis zu ihr? Das ist ja fast sowas wie eine Ehe, die du mit James ja schon führst…

Clara Molloy: Ich bin ihr treu, doch sie ist es nicht (lacht). Sie ist ziemlich jung und geniesst den Wettbewerb mit grossen Brands und liebt es, für verschiedene Häuser völlig verschiedene Düfte zu kombinieren. Der Reiz von MEMO ist für sie wohl die Freiheit und diese hochstehenden Rohstoffe.

Hey Pretty: Irgendwie stelle ich mir  so eine einseitig offene Beziehung nicht so einfach vor. Bist du nie eifersüchtig, wenn Aliénor für eine andere Firma etwas Tolles kreiiert? Oder hast du Angst, dass sie manchmal gewisse tolle Duftnoten zurückbehält, um sie einem anderen Arbeitgeber zu verkaufen?

Das könnte sie meist gar nicht! (lacht). Die Rohstoffe für «Irish Leather» sind so teuer, dass gar kein anderes «mainstream»-Parfumhaus sowas überhaupt in Produktion geben könnte, denn der Moschus-Anteil, die Iris-Essenz, ist einfach schrecklich teuer. Auch wenn sie wollten, könnten sie uns nicht kopieren. Ausserdem bringt Aliénor durch diesen «Aussenkontakt» auch viel Frische in unsere Zusammenarbeit.

Hey Pretty: Gibt es hinter jedem einzelnen MEMO-Duft eine Geschichte, oder ist da auch mal etwas entstanden, weil ihr es beide einfach fein fanden?

Clara Molloy: Nein, die Geschichte muss immer schon geschrieben sein. Alles, was wir kreiieren entsteht nur, weil ich in der Lage war, etwas mit ihr zu teilen und diese Emotionen so rüberzubringen, dass sie es nicht nur versteht, sondern auch duftmässig umsetzen kann. James und ich waren zum Beispiel kürzlich auf einer wunderschönen Insel im Mittelmeer und ich kam nach Hause, erfüllt von diesem wunderbaren Pinienduft und der Meeresbrise… Doch Aliénor fand knallhart: «Non, das riecht nach Fisch». Wir müssen uns also einig sein. Und wenn wir uns einig sind und mit Leidenschaft dahinter stehen, hat das schon fast etwas Spirituelles.

MemoParis_Collage

Ich bin hin und weg. Und ja, der neue Duft «Irish Leather» trägt sicherlich dazu bei: Ein frischer, holziger Lederduft mit Amber, honig und einer ganz frischen Note, die vorallem nach einigen Stunden auf der Haut ziemlich begeistert.

«Irish Leather» von MEMO Paris ist ab sofort für 239 Franken (75ml) bei der Parfümerie Osswald in Zürich erhältlich.

Und ich gehe jetzt mal recherchieren, was es alles bräuchte, damit mich Clara und James adoptieren könnten.

MemoParis

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