Zwei Worte, die mich so glücklich machten, dass ich fast vergass, die Badehose einzupacken: LUXUS-RESORT. Oder ist das ein Wort? Zählen wir den Bindestrich? Völlig unwichtig, Steffi. Fakt ist, dass du nach einer gefühlten Ewigkeit im Halb-Lockdown endlich wieder einen Spa besuchen darfst!

Das Castello del Sole in Ascona ist wohl das bekannteste Luxus-Resort der Schweiz.

Fünf Sterne, 140 Hektaren, eine Geschichte der Gastfreundschaft, die über 500 Jahre zurückgeht (das Castello war im 16. Jahrhundert bereits Unterschlupf für verfolgte Protestanten!). Als Beauty-Expertin des «H Magazine», dem Magazin der Swiss Deluxe Hotels, war es für mich fast überfällig, nach Ascona zu reisen.

Aber als Mami und Ehefrau, die in den letzten 12 Covid-Monaten so viel gearbeitet hat wie noch nie, war es vor allem ein riesiges, wundervolles Geschenk, meine BFF Vera schnappen zu dürfen und kurz vor Ostern ins sonnige Tessin zu reisen für eine 3-tägige Auszeit, die uns beide absolut beflügeln würde.

Und das nicht nur wegen des prickelnden Proseccos im Beach Club.

..

Aber lass‘ uns doch erst mal einchecken, okay?

SCHLAFEN IM CASTELLO DEL SOLE:

Das Castello del Sole liegt so genau auf der Ortsgrenze zwischen Ascona und Locarno, dass – rein politisch gesehen – der Spa zu einer anderen Gemeinde gehört als der «Retreat», des toskanisch-angehauchten Flügels des Hotels. Insgesamt gibts hier 41 Junior Suiten und 37 Doppel- und Einzelzimmer… und weil wir noch einige Zimmer anschauen durften bei einer Hotel-Tour, kann ich versichern:

ALLE sind total schön!

Vera und ich sind durch jahrelange Freundschaft und einer grossen gemeinsamen Reiselust total geübt darin, im selben Bett zu schlafen – und haben uns es begeistert in unserer Retreat Loggia Suite bequem gemacht.

Die 78m2 grosse Junior Suite verfügt nicht nur über eine superschöne Aussicht auf den Hotelgarten, sondern auch – was wir bei dem Traumwetter besonders nutzen konnten – über eine richtig grosse Terrasse mit Lounge und Liegestühlen. Von hier aus konnten wir nicht nur die unglaublich vielen Vögel und Enten beobachten, die ständig herumwatschelten und flogen (das Castello liegt mitten in einem Naturschutzgebiet), sondern auch die Kinder der Grossfamilie, die neben uns wohnten und abends Boccia spielten.

Auch die Zimmer im historischen «Hauptgebäude» des Castello del Sole, das 1900 als einfache Herberge diente und im Laufe der Jahrzehnte immer weiter ausgebaut und modernisiert wurde, sind wirklich hübsch… und die kleinen Balkone lassen totale Italianità aufkommen.

Für uns hiess es nach einem kurzen Visit am Seeufer vorne – inklusive Fussbad im noch eisig kalten Lago Maggiore –

– dann aber: Aufbrezeln zum Znacht! Die Reservation in der Locanda Barbararossa war fix, und wir mussten uns noch den Sand von den Füssen spülen!

ESSEN IM CASTELLO DEL SOLE:

Egal, ob im Gartenrestaurant Parco Saleggi, der mit 18 GaultMillau Punkten prämierten Locanda Barbaraossa, wo wir das umwerfende Tasting Menu geniessen durften oder dem entspannten Ristorante Tre Stagioni, wo wir am zweiten Abend Znacht gegessen haben: Das Essen im Castello del Sole ist schlicht eine Wucht.

Das liegt unter anderem auch daran, dass das Hotel so viel wie möglich selbst anbaut: Zum Castello gehört ein beeindruckend grosser Landwirtschaftsbetrieb, die Terrenni alle Maggia, der sich auf 150 Hektaren über das Maggiadelta erstreckt und auf dessen (integrierten und nachhaltig bewirtschafteten) Feldern mitunter Reis angebaut wird (und sie damit zum nördlichsten Reisproduzenten der Welt machen!) – und dazu gibts im Sommer Äpfel, Quitten, Aprikosen und Beeren aus dem Garten, sowie – für Weinkenner ein MUSS – eigene Weine, darunter den Merlot Riserva Barbarossa. Oberstes Ziel bei allen Produktionsflächen ist, die Biodiversität zu fördern… und ja, dabei FEINES entstehen zu lassen.

Und fein war es auf jeden Fall. Und einer der vielen Gründe, warum ich so gerne mit Vera verreise, ist dass sie Hotelfrühstück fast genauso sehr liebt wie ich!

WELLNESSEN IM CASTELLO DEL SOLE:

Die Rubrik heisst ja «Spa Review»… drum war es völlig klar, dass wir unseren zweiten Tag im Castello im Spa beginnen würden! 2500 Quadratmeter. Und jeder einzelne davon ziemlich luxuriös: Der Castello «SPA & Beauty» ist schon oft beschrieben worden als einen der schönsten, ruhigsten Hotelspas der Schweiz. Und Vera und ich müssen bestätigen, dass hier keine Wünsche offen bleiben.

Das Atrium des Spas schafft es, gleichzeitig wunderschön hell zu sein und doch gemütlich und stimmig genug, um als Ruhe-Oase genossen zu werden. Rundherum sind Behandlungsräume angelegt. Dampfbad, Kneippweg und Hydropool locken auch bei durchzogenem Wetter… aber weil das Castello del Sole in der Wintersaison geschlossen ist, kann der Fokus (und die Fläche) für Warm-Weather-Beauty genutzt werden.

Spa-Managerin Jutta Hosser, die schon seit einigen Jahren für diese aussergewöhnliche Beautydestination zuständig ist, führte uns kurz ein, und «übergab» uns dann in die wartenden Hände unserer Beautytherapeutinnen.

Vera durfte die VinoAqua-Therapie (105 min, 230 Franken) geniessen, bei dem es nach einem Traubenkernpeeling ein beruhigendes Merlot-Bad gibt, eine entwässernde Körperpackung und anschliessende Körperpflege.

Für mich war das Castello Moments Treatment (90 min, 240 Franken) gebucht. Dabei gab es erst mal ein warmes Bad mit bunten Lichtern, über deren Wirkung ich mir zwar nicht ganz im Klaren war, die aber sehr läss disco-ig aussahen so ohne Brille… und dann ein Ganzkörperpeeling mit den Spa-eigenen Pflegeprodukten von «VineaSole Cosmetica», deren Gesichtspflegeprodukte ich schon davor testen konnte.

Mit besorgniserregend zarter Haut durfte ich dann eine Ganzkörpermassage von Therapeutin Raluca geniessen.

Es gibt wohl nur eine Handvoll Spas, die eine eigene Kosmetiklinie mit Inhaltsstoffen direkt vom Hotel selbst (yep, die Trauben und Traubenkerne aus den Rebbergen) herstellt. Und sowohl das Body-Treatment, wie auch die anschliessende VineaSole Gesichtsbehandlung bei Laila (60 min, 180 Franken) waren schlicht eine Wucht!

Nach den unheimlich entspannenden Beautytreatments schnell in den Hotelpool springen…

…aber das Wetter war grad viel zu schön, um noch ins Dampfbad oder in die Sauna zu gehen, also hopphopp in den Garten, wo Vera bereits im Schatten eines grossen Baumes wartete und wir uns mit SPF 50 eindeckten und… AUSATMETEN.

ENTSPANNTEN IM CASTELLO DEL SOLE:

Ich kann mir kaum vorstellen, dass es am Privatstrand des Castello jemals zu einem Gerangle kommt! Natürlich ist es erst April, aber die Gartenanlage ist SO gross, und es sind so viele Longes, Sonnenbetter, Schaukeln und Lounge-Sitzgruppen am Seeufer verteilt, dass es wohl auch bei Vollbelegung hier Sicherheitsabstände auch vor den Zeiten von Corona-Sicherheitskonzepten mühelos eingehalten werden konnten.

Und so. Krass. Relaxed. war ich schon lange nicht mehr.

Es ist ausserordentlich ruhig im Castello del Sole. Mit Ausnahme von einigen Helikoptern, die am Berg auf der gegenüberliegenden Ufer des Lago Maggiores Material transportierten, gibts hier nur Vogelgezwitscher.

Und villeicht mal ein verhaltenes Schnauben der Hotel-Esel.

Es war so ruhig, dass Vera und ich total den Schock hatten, als uns ein Entenpärchen schnatternd auflauterte, und dann enttäuscht davonzuziehen, weil wir keine Pommes von der Beach Bar naschten, sondern nur zügige Drinks genossen, höhö.

Ich fand es GROSSARTIG, die Ruhe. Besonders, weil ich in Zürich direkt an einer Tramhaltestelle wohne (und gestern Nacht wieder um 2 Uhr in der Früh irgendwelche Teenager unten «CLAUDIOOOOOO!» riefen. Claudio, du bisch en Tubbel!).

Aber falls du auch in deinen Wellnessferien echli Action brauchst: Hoteleigene Tennisplätze, Pedalos und sogar ein luxuriöses Frauscher-Motorboot stehen zur Verfügung… und wenn die Berge locken, kannst du auch einen Private Lunch im «Rustico del Sole» geniessen – nur erreichbar mit dem hoteleigenen Helikopter (oder nach einer ziemlich langen, krassen Wanderung, ahem).

Vera und ich haben etwa 4 Sekunden lang diskutiert, ob wir das Pedalo ausfahren sollen oder nicht, aber dann… fragte Beachbarkeeper Pasquale, ob wir vielleicht noch einen Prosecco möchten UND ALLE SPORTLICHEN PLÄNE WAREN VERGESSEN.

Noch ein letztes Dinner im Restaurant, bei dem Vera und ich wieder sagten, wie sehr uns dieser kleine Akt des «Essen bestellens» gefehlt hat, und am nächsten Morgen nach einem ausgiebigen Frühstück noch ein paar letzte Bilder schiessen und erneut ein bisschen am Strand vorne chillen, bis wir auschecken mussten – und dann haben wir uns sehr widerwillig auf den Heimweg nach Zürich gemacht. Mit offenem Fenster, weil wir jetzt so DOLCE FAR NIENTE drauf waren uns so.

WAS DAS CASTELLO DEL SOLE SO BESONDERS MACHT:

Im Tessin kann es in Seenähe immer ein bisschen «rummelig» sein – Ascona, Locarno und auch Lugano ziehen zurecht zehntausende Sonnenhungrige an. Aber im Castello del Sole gibts die volle Ladung Sommervibes (ja, selbst im April!), aber mit unheimlich viel Luft zum Atmen.

Diese einzigartige «Weitläufigkeit» hat natürlich ihren Preis. Aber gopfertelli und jetzt wirklich mit Nachdruck: Es lohnt sich einfach, sich diese unvergleichlich ruhige Stimmung und das Gefühl des Ankommens und Loslassens zu gönnen. Und wenn einem Pasquale dazu noch einen Drink im Beach-Bett serviert, dann sowieso.

Partytiger sind hier ziemlich sicher an der falschen Adresse. Aber das Castello del Sole ist auch nicht eine dieser «shhhh! Leise!»-Orte, an denen du Angst hast, dass der Mann auf der Liege drüben meditieren könnte und das ganzs schlimm fände, wenn er hören würde, wie du dich mit Vera über die Tücken von Instagram Stories und das neuste Auberginen-Rezept unterhältst. Familien sind hier ebenfalls willkommen – laut Assistant Manager Carla Loustalot sind die Gäste übrigens zu einem überwältigen Teil aus der Schweiz, und viele davon kommen im Sommer gleich für zwei Wochen mit Kids, und manchmal sogar mit den Grosseltern im Gepäck. Aber auch hier: Das Areal des Castello ist so gross, dass es durchaus auch Kinder verträgt.

Und Enten. Und Esel!

Ein umwerfendes Erlebnis, sägi dir. Der krass hohe Genussfaktor war sicher auch zu einem Teil der Corona-Pandemie zuzuschreiben, weil ich natürlich auch vieeeeel weniger Reisen und Hotels testen konnte und mich jetzt auch riesig auf die Auszeit freuen konnte (hier lang zu meiner letzten Spa Review in Gstaad im August!). Aber ich bin a #luckyduck. Und weiss es auch brutal zu schätzen.

Noch e bitz viewing pleasure…

…und dann verrate ich noch, dass mein neues Sparkonto namens «Castello» mit 100-Franken-pro-Monat-Dauerauftrag auch schon online ist, im Fall. Der Rückkehr ins Tessin (vielleicht im Frühling 2022?) steht also hoffentlich nichts mehr im Weg!

Happy Monday und hebb en wunderbare Tag, Bella!

Das Castello del Sole in Ascona ist jeweils von Ende März bis Ende Oktober (Saisonschluss 2021: 31. Oktober) geöffnet. DZ ab ca. 600 Franken, aktuelle Package-Angebote hier.

*Der Aufenthalt ist mir vom Castello del Sole zu Reviewzwecken offeriert worden. Danke!

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10 KOMMENTARE

  1. Ihr seht ja unglaublich erholt aus. Tolle Bilder, insbesondere Steffi mit „Auweia der See ist aber kalt“-Gesichtlein! Und das Badezimmer… Genug Platz für meine Hautpflegeprodukte. Aber das Highlight ist der Esel!
    Wenn diese furchtbare Pandemie vorbei ist, werde ich wohl in Sachen Hotel mal so richtig auf den Putz hauen. 😅

    • Hahaha, gell? Und ich glaube, wenn die Pandemie vorbei ist, werden ZIEMLICH VIELE von uns ready sein, um sich so richtig verwöhnen zu lassen. Und das Castello ist definitiv eine perfekte Adresse dafür!!!

  2. Seit Corona habe ich viele Hotels in der Schweiz (online) abgeschaut. Das Castello ist wohl eines der schönsten (und leider teuersten). Das sieht so gar nicht nach Schweiz aus, und ist genau das, was ich gerne hätte. Und dann hat es noch ESEL, ich mein OMG!! So schön.

    • «You had me at ESEL», oder? Jaaa, das Castello ist leider wirklich nicht günstig, aber dafür echt wunderschön! Das Sparkonto dafür lohnt sich also sicher:-) Hihihi und liebe Grüsse!

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