Bäh. Liegt es am durchzogenen Wetter gestern, dass ich heute so gar nicht motiviert bin, um über Lippenstifte oder Pigmentflecken oder Spas zu schreiben? Vielleicht ist es wieder mal Zeit, um ein bisschen persönlich zu werden hier auf Hey Pretty. Hey. HEY! Wo gehst du hin? Ich weiss, ich erzähle viel… aber es gibt trotzdem noch Dinge über mich, die du noch nicht weisst!

HÖR UUF LACHE!

Ich beweise es dir auch grad, ätschbätch. Und zwar mit 10 Dingen über Steffi, die du nicht wusstest. Und vielleicht auch gar nie wissen wolltest. Aber hey, so viel Wahnsinniges kannst du eh nicht anstellen in den nächsten zwei Minuten, oder?

1. Ich habe früher Radio gemacht und werde noch immer ab und zu an meiner Stimme erkannt

Nach einer kurzen, aber total rock’n’roll-igen Karriere als Buchhändlerin bin ich mit 24 Jahren zum Jugendsender Radio 105 gegangen, quasi ins Gründungsteam… wo ich eigentlich als Musikredaktorin angestellt wurde. Weil ich offenbar viel zu viel gequatscht habe, kam ich innert Wochen schon als Moderatorin auf den Sender, was während Jahren zu heftigen Protesten geführt hat – denn ich habe eine ziemlich hohe, hysterische Stimme.

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Und eine, die man ziemlich gut wieder erkennt: Obwohl ich seit bald fünf Jahren «off air» bin, werde ich gelegentlich in der Öffentlichkeit angesprochen, ob ich «die vom Radio» bin. Meist in total unpassenden Situationen, zum Beispiel wenn ich gerade eines meiner Kinder in der Migros anpfurre oder so.

Steffi Hidber Thierstein, Radio 105 (1999

2. Ich habe meine erste grosse Liebe geheiratet

Uuuuu romantisch, nicht wahr? Bevor du jetzt vor Verzückung unter den Tisch fällst, muss ich den Wahre-Liebe-Wartet-Faktor massiv herunterschrauben, denn… Als ich den Tigerprinzen mit 21 Jahren kennengelernt habe, war mir sofort klar, dass wir SOUL MATES sind. Er, hingegen, brauchte fast vier Jahre, um zur selben Erkenntnis zu kommen.

Vier Jahre, in denen ich mit etlichen Männern um die Häuser gezogen bin (die jugendfreie Formulierung ist wegen meiner Mom, die da mitliest, aber es ist das unbekleidete «um die Häuser ziehen» gemeint).

Aber irgendwann hat es der Tigerprinz dann doch noch geschnallt: Beziehung, Yay, Verlobung, Hochzeit, Kids, Life. Neunzehn Jahre jetzt!

3. Wenn ich Französisch spreche, habe ich einen heftigen amerikanischen Akzent

It’s vraiment horrible! Ich bin ja mit 12 von Kalifornien in die Schweiz gezogen und meine Muttersprache ist klar Englisch… aber ich habe immer Schweizerdeutsch verstanden (und auch sprechen können, wenn auch widerwillig).

Heute, wenn ich Schweizerdeutsch spreche, hört man meinen Akzent nicht, aber wenn ich Französisch spreche, höre ich sogar selbst den Ami. Kein Wunder, antwortet man mir in Paris generell auf Englisch, und das auch noch leicht abschätzig. Es tut mir so leid, Franzosen! Ich kann das nicht steuern!

4. Ich habe mal 35 Kilo abgenommen (und 20 davon wieder zugenommen)

Nope, ich war noch nie in meinem Leben schlank. Aber schmaler als jetzt… und auch breiter als jetzt auf jeden Fall. Vor etwa sieben Jahren bin ich mit einer Freundin zu Weight Watchers gegangen und habe in knapp 24 Monaten über dreissig Kilo abgenommen. Da ich in der Zeit schon als Journalistin gearbeitet habe, schrieb ich sogar einen Artikel darüber, nach dessen Publikation ich quasi als geächtete Person bei Weight Watchers galt, weil sich da einige Damen auf den Schlips getreten fühlten.

Inzwischen habe ich mir ziemlich viel von dem Gewicht wieder angefuttert, was ich nicht cool finde… aber irgendwie ist der Leidensdruck noch nicht genug gross, dass ich so richtig konsequent was dagegen tun würde. Das grösste Learning daraus? Dass ich genau die selbe Person bin, ob ich nun 70 oder 100 Kilo schwer bin. Aber das Kleider kaufen macht in Normalgrösse schon deutlich mehr Spass!

5. Ich kann blind Klavier spielen

Das ist kein Witz! Ich habe als Sechsjährige mit dem Klavierspielen angefangen, und zwar mit der japanischen Suzuki-Methode, bei der ich nach Gehör lernen durfte, anstatt Noten zu lesen. Das wurde mir dann mit dem Umzug in die Schweiz total zum Verhängnis, weil meine Klavierlehrerin darauf bestand, dass ich «ordentlich» Noten lesen lerne… was mir den ganze Spass gründlich verdarb.

Aber noch heute kann ich fünf oder sechs Klavierstücke auswendig spielen, und das auch mit geschlossenen Augen. TOTAL NUTZLOS, aber unterhaltsam!

6. Mutter zu werden war auch beruflich das Beste, was mir je passiert ist

Da ich relativ früh meine Kinder hatte (die Girls sind jetzt 12 und 14 Jahre alt), vergesse ich manchmal, wie einschneidend das Mamiwerden eigentlich ist… nicht nur «seelisch», sondern auch im Job. Ich hatte das grosse Glück, dass ich damals weiterhin beim Radio arbeiten konnte, und zwar mehr oder weniger zu Bedingungen, die ich selbst gestellt habe… doch ich merkte schon nach wenigen Jahren, dass das Modell «fixe Arbeitszeiten und Arbeitsort» einfach nicht passte: Die Organisation mit zwei kleinen Kindern war einfach zu stressig.

Heute bin ich mir sicher, dass ich mich niemals getraut hätte, mich Selbständig zu machen und mit dem Schreiben anzufangen, wenn ich keine Kinder gehabt hätte, die mich zwingen, aus meiner (sicherheitsliebenden) Komfortzone auszutreten. Und lueg doch, wo ich jetzt bin? ICH DARF IN AUSGELATSCHTEN UGG-STIEFELN ZUHAUSE SITZEN UND MIT MASCARA SPIELEN!

Steffi Kids

7. Ich habe ein halbes Buch geschrieben

Um genau zu sein, ZWEI halbe Bücher. Mein erster Roman handelte von… ehm… einer Gruppe von jungen, blutrünstigen Vampiren, die Zürich unsicher machen und dabei auch sehr viel Sex haben.

Keine Sorge, ich habe schon nach fünf Kapiteln gemerkt, dass das keiner lesen will, oder schon getan hat mit allen Büchern von Anne Rice, die ich eigentlich arg kopieren wollte.

In meiner zweiten Romanleiche ging es um eine Musikjournalistin, die unerwartet schwanger wird bei einem One-Night-Stand. Aber meine Hauptfigur hat mich schon nach 50 Seiten derart genervt (wer wird eigentlich ungewollt schwanger? WER?), dass ich die Geschichte gar nicht zu Ende schreiben konnte.

8. Ich habe Angst davor, in der Natur zu sein

Sich in der Natur auf seine Grundwerte zu besinnen? Stundenlang von der Aussenwelt abgeschnitten zu sein? Von einem Berggipfel aus auf ein Tal zu blicken, und dabei kein Zeichen menschlicher Zivilisation zu sehen?

ICH MUES CHÖRBLE.

Und zwar aus lauter Angst, denn sobald ich keinen Asphalt mehr unter den Füssen habe, bin ich überzeugt, dass ich «hier in der Wildnis» sterben werde. Auch wenn ich genau weiss, dass sich 100 Meter vom Waldweg entfernt bereits Häuser mit Menschen drin befinden.

Ich bin nicht für Outdoor-Abenteuer geboren und bin ehrlich gesagt auch nicht besonders gerne in der Natur. Die Sonne (Brandgefahr!), die Insekten (wää!), das gefährliche Wetter (Tsunami! Tornado! Nieselregen!)… Für einen Spaziergang? Wun-der-bar. Für einen Nachmittag im Park? Meeega.

Aber richtig glücklich und «gechillt» bin ich tatsächlich nur in der Stadt.

Das ist übrigens meine go-to Panik-Pose, wenn ich doch mal in der Natur bin:

Steffi in der Natur (St. Moritz)

9. Ich wohne seit fast 20 Jahren in derselben Wohnung

Absolut grossartig, wie oft ich Freunden schon Tipps gegeben habe für einen gelungenen Umzug… und darüber sogar ARTIKEL geschrieben. Fakt ist, dass ich in meinem Leben genau fünfmal umgezogen bin… das letzte Mal im Jahr 1997. Weil ich eben in meiner Traumwohnung lebe!

Genug Platz für (zwei, drei und dann sogar) vier Menschen, eine tolle Dachterrasse und das mitten im Seefeld-Quartier? Da nehme ich die alte Küche, den launischen Spülkasten und die lauten Weekend-Betrunkenen an der Tramhaltestelle gerne in Kauf. Ich möchte noch ewig hier wohnen!

10. Ich bin viermal in meinem Leben auf einem Pferd gesessen, und dreimal davon bin ich abgeworfen worden

Irgendwie gibt es nicht wahnsinnig viel zu erklären hierzu, oder? PFERDE HASSEN MICH. Dabei beruht das überhaupt nicht auf Gegenseitigkeit, aber so ein bisschen unheimlich sind sie mir schon. Wie Menschen, die Mundartrock hören.

So, das war die heutige Ladung «News, die du gar nie erfahren wolltest, aber jetzt trotzdem gelesen hast, weil ALLES besser ist als arbeiten/an deiner Masterarbeit schreiben/endlich aufstehen.

Jedenfalls freue ich mich täglich riesig darüber, dass du überhaupt bei mir landest. Würkli jetzt!

Wenn du magst, kannst du mir im Kommentarfeld auch etwas verraten über dich, das nur wenige wissen. Oder mir einfach verraten, wie man so ein gottverdammtes Pferd dazu bringt, einen nicht abzuwerfen.

Happy Tuesday!

10 Dinge über Steffi von Hey Pretty

26 KOMMENTARE

  1. Ich kenne dich auch noch als Musikmoderatorin (coop/migroszeitung?) und habe meinem(deutschen) Mann immer von so einer Steffi vorgeschwärmt, die total sympathisch und lustig ist (was er stets nur mit einem Fragezeichen im Gesicht kommentiert hat). Darum habe ich mich total gefreut, letztes Jahr deinen Blog entdeckt zu haben, (und somit den Beweis,dass du nicht nur ein Hirngespinnst bist) der erst noch richtig Spass macht!

  2. Wie immer sehr amüsant und kurzweilig zu lesen 🙂 Wie man nicht vom Pferd fällt, kann dir wahrscheinlich niemand verraten, da auch der beste Reiter sicher auch schon einmal runtergefallen ist 😉

  3. Einfach genial Steffi 😀 Jetzt bist Du mir noch sympathischer! Du bist wirklich keine typische Beautybloggerin und genau das macht Deinen irren Charme aus! Ich bleibe dran 😀

  4. Ich mag solche Beiträge von dir total 🙂 Besonders beim Weight Watchers Artikel der Weltwoche musste ich nun doch schmunzeln – ich habe selbst vor ca 2 Jahren 30 Kilo abgenommen (Startgewicht 104,2 Kilo). Als ich begann, das WW-Treffen nicht mehr zu besuchen, war ich 68 Kilo bei einer Grösse von 1,76 cm. Für mich mein absolutes Wohlfühl-Gewicht! Naja… letzes Jahr wieder 7 Kilo angefuttert, seit 01.01.2017 wieder bei den Treffen dabei und mittlerweile sind bereits wieder 5 Kilo weg. Es läuft harzig, da wie du selbst schreibst, mein Leidensdruck irgendwie doch noch nicht so krass ist.

    • Hi Angi! So krass, wir sind ja schon fast WW-Zwillinge:-) Gratulation, dass du wieder dabei bist! Ich habe mich letzte Woche wieder bei eBalance eingeloggt, denn ich spüre schon, dass kurz vor einem dieser Schlüsselmomente bin, an dem ich sage: „So, jetzt muss was gehen“. Ich glaube, wir müssen uns fast mehr damit motivieren, dass wir mehr Energie haben und uns einfach wohler fühlen, denn so doof sind wir nicht mehr, dass wir glauben, dass das Leben perfekt wird, wenn wir nur abnehmen:-)… Jedenfalls: Weiterhin guete Muet und danke für deinen Kommentar! Jetzt esse ich grad mein Spiegelei mit Speck fertig – Paleo, weisch? Hihihi

  5. Pferde und ich – ein Desaster.
    Ich bin nämlich als Kind zweimal um ein Haar unter ein durchbrennendes Pferd geraten.
    Einmal am Sächsilüüte als ich mit Mutter, Schwestern und Gotte dort am Strassenrand stand.
    Das Pferd brannte durch und rannte genau auf uns zu.
    Meine Gotte riss mich zur Seite, meine Mutter meine Schwestern und zwischendurch rannte das Pferd.
    Zwei Jahre später, wir wohnten inzwischen auf dem Land, war ich mit meinem kleinen Bruder unterwegs zum Dirfladen.
    An der Treppe vor dem Laden hörte ich ein seltsames Teappeln und blieb verunsichert stehen.
    Da rannte die Ladeninhaberin aus dem Laden, schnappte mich und meinen Bruder und zog uns die Treppe hinauf.
    Und im gleichen Moment raste ein Pferd an der Treppe vorbei.
    Sie hatte das Trappeln gehört, uns gesehen und zum Glück so rasch reagiert.
    Seither haben es Pferde mit mir verdorben.

  6. Hey Steffi
    Sehr witziger Artikel….dein Schreibstil muntert mich immer wieder auf, egal über was du schreibst!!!
    Soll ich dir etwas verraten, dass nicht so bekannt ist, jetzt dann aber gleich einige mehr wissen, falls die Leser den Kommentar beachten?
    Ich habe am ganzen Körper keine Muttermale, ausser am linken Oberschenkel. Sie haben sich da gesammelt und waren zu faul um sich zu verteilen 😂Ich vergesse es immer wieder….aber Kinder habe ich mal angegeben es wären Stiche von einer Wunde die genäht wurde, Hach, sie haben es geglaubt 😉Aber habe sie dann natürlich aufgeklärt….also über die Muttermale 😃
    Herzliche Grüsse, Moni
    http://www.unterwegsmitmir.com

  7. Mensch, dein Titelfoto brachte mich grad total zum Lachen. Und dein Text ebenso. My nostrils positively quivered. Danke Steffi!

  8. Mit Paleo kann man mich eben jaaaagen – CARBS, CARBS, CARBS, mein Herz schreit nach Kohlenhydraten. Und weil das mit WW ja auch so es bitzeli funktioniert, habe ich mich für das entschieden. Und du hast recht, man fühlt sich halt doch fitter! Zudem ich mir jedesmal schwöre, jetzt ist genug, wenn ich wieder mal vorgefr*** auf dem Sofa hocke… Darum: packen wir’s an 🙂

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